Philosophie des Sciroccoverkaufs

Alles zum Scirocco, was nicht woanders reinpasst...
Superhobel

Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von Superhobel »

Mahlzeit !

Ich möchte mal einige Meinungen zu einem Thema hören, einfach um auch zu sehen, ob ich da allein mit stehe oder ob es anderen ähnlich geht oder ging.

Ich habe derzeit 2 Scirocco in Fahrzeugbörsen und Tageszeitungen zum Verkauf eingestellt, ebay allerdings nicht und das aus dem Grunde, weil ich da an jeden verkaufen muss und auf den Endpreis keinen Einfluss habe. Zudem ist das sehr teuer, mindestens 40€. Vorausschickend sei gesagt, dass in beiden Fahrzeugen, die in recht schlechtem Zustand waren eine Menge Arbeit steckt, mehrere Wochen abends Lack aufbereiten, Kunststoffe einschwärzen, Dreckschatten an Zierleisten entfernen, Rostblumen und Platzer beseitigen, Innenräume total zerlegen und reinigen, fehlende Teile ergänzen oder austauschen und die Motoren mit Ersatzteilen zu bestücken (Riemen, Regler, Ventilgummis; Kerzen usw.) Ich komme da locker auf 100h. "Warum? Weil es mir und meinem Kumpel einfach Spass gemacht hat - ohne die Kosten aus den Augen zu verlieren.

Inzwischen waren 3 Interessenten da und haben sich die Wagen angeschaut, der erste wollte nur die Hälfte zahlen und verwies auf tausend kleine Details wie Knicke in der Unterbodenfalz, nicht mehr einstellbare Uhr usw, er fand immer etwas Neues, machte den Wagen total runter. An einem gewissen Punkt beendete ich genervt das Gespräch und schickte ihn nach Hause. Bei den anderen beiden, sehr junge Burschen um die 20 entstand der Eindruck, dass sie ein billiges Auto gleich welchen Fabrikats zum Verheizen als Winterschlampe suchen, der eine wollte in Raten zahlen, schied damit aus, von dem anderen hatte ich einfach den Eindruck, dass der Wagen kein weiteres Jahr mehr leben wird aber er wollte immerhin bezahlen. Als ich das höflich mit dem Hinweis verweigerte ich wolle mir gern noch andere Interessenten anschauen (so wie zB bei einer Wohnungsvermietung) wurde er richtig böse: "Woll'n se jetzt verkaufen oder nicht?"... "Ja, aber nicht an jeden...." antwortete ich freundlich und ich sah wie er aufschäumte, bevor er sich auf dem Absatz rumdrehte und verschwand. Na seis drum, man sieht sich eh nicht wieder und ich habe auch keine Geldnot, so dass ich um jeden Preis verkaufen muss.

Hat schonmal jemand seinen Rocco unter dem Aspekt verkauft, dass nicht das Geld die Rolle spielt, sondern er gewiss sein wollte, dass der neue Besitzer dieses Fahrzeug weiterhin pfleglich erhält und der Verkauf beim Verkäufer das Gefühl hinterlässt es dem Richtigen gegeben zu haben?
(Bei Ferraris ist das durchaus üblich, da lässt man sich auch beim Händler unterschreiben den Wagen 2 Jahre nicht weiterzuverkaufen (obwohl wettbewerbswidrig gegen EU Recht) und nicht jeder, der bestellt kriegt auch einen.) Absurd würden manche sagen... ja, wenn es nur ums Geld und eine beliebige Massenware ginge aber das sind Sciroccos eben nicht mehr, es werden jedes Jahr einige tausend weniger, weil ihre Preise so runter sind, dass ein Erhalten oft unwirtschaftlich ist, man sich lieber einen neuen kaufen kann, wenn beim anderen die Reifen runter sind.

Würde mich mal interessieren, ob mancher hier vielleicht ähnlich denkt? :gruebel:
OSLer
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von OSLer »

Unter Geldnot würde fast jeder den Rocco an jemand Beliebigen verkaufen.
Besteht diese nicht, muß mir der Käufer nicht nur sympathisch sein, sondern durchaus sein Wissen übern Rocco unter Beweis stellen.
Sonst bekommt er ihn halt nicht, habe damit nicht wirklich ein Problem.

Man darf mich jetzt durchaus für bescheuert halten. :hihi:


Gruss Lars
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hadef
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von hadef »

ich kenn das auch, dass manche leute sich die käufer aussuchen möchten, wie du eben. ob man das tut, muss man für sich selbst entscheiden. ich persönlich verstehe das allerdings nicht. ich habe autos bisher immer an die leute verkauft, die mir das beste/fairste angebot gemacht haben. ich hab allerdings auch schon ein auto gehabt, dass ich fast ein jahr los werden wollte. da aber niemand den preis zahlen wollte, der mir so vorschwebte, hab ich das auto halt weiter gefahren. ich habe auch schon genug fahrzeuge zum verschrotten gegeben, ohne dass ich mir da gedanken gemacht habe. wenn ich mir so gedanken um mein auto mache, darf ich es halt nicht verkaufen. is halt meine meinung und ich weiss auch, dass ich da nicht allein bin.
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76er GTI
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von 76er GTI »

Ehrlich gesagt, ich bin alles andere als ein Auto-Verkäufer. Einen Scirocco war bisher noch nicht dabei.

1x den Corri. Den hatte ich sehr günstig gekauft. Direkt vom Verkäufer (ein 19 Jähriger) zum TÜV und glatt durchgekommen. Dann knapp drei Jahre gefahren. Beim nächsten TÜV müsste ich 4x antreten :-( ( und einiges investieren. Zudem war das Sciroccofeeling dem Corrifeeling einfach überlegen und so habe ich ihn versteigert, zu einem Preis, mit dem ich leben konnte. Seither nichts mehr vom Auto und Besitzer gehört.

Nr. 2 war die Celica. Gekauft als Winterschlampe und wieder verkauft, bevor ich investieren musste. Dies auch über eine Auktion. Der Preis war auch da o.k.

Aber einen Scirocco könnte ich nicht verkaufen. Das bisschen Geld was man dafür bekommt, ist auf jeden Fall zu wenig, das lohnt sich nicht.
Bisher habe ich die "schlechteren" (bei den 2er wohl nur auf den 1. Blick) geschlachtet und die zwei Scirocco, die momentan nicht angemeldet sind, warten einfach darauf, irgendwann wieder fit gemacht zu werden. Eigentlich dann zum selber fahren oder auch für einen Bekannten. Aber keinesfalls zum Verkauf an irgend jemanden, den ich nicht kenne.

Somit kann ich Deine Gefühle gut nachvollziehen.

Gruss
Oli
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Mr.Burnout
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von Mr.Burnout »

jo,...stehe ja im Moment vor dem gleichen Problem...ich würd' ja meinen 16V KR Karmann Exclusiv (einer der letzten 50 ohne Kat) und einen fast rostfreien Einser (1,3er) für je 2000€ verkaufen.

Da ich ja nicht verkaufen muss, sondern nur die Zeit fehlt, hab ich irgendwo nicht so den Elan mich ernsthaft darum zu kümmern.
Der/Die Käufer müssten mir schon symphatisch sein und ich müsste mir sicher sein das meine Autos nicht dem Schlachtwahn zum Opfer fallen dafür sind die echt zu selten.

Bei 'nem Standard GT II hätt ich keinerlei Skrupel...hauptsache Geld stimmt ;-)

Gruß
Stefan
"Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt explodiert, wird die Stimme eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch unmöglich!" ( Zitat von Peter Ustinov)

[SIGPIC]http.//www.scirocco-2.de/VaderSig.jpg[/SIGPIC] es gibt fast nichts was man nicht selbst machen kann...
Eugen
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von Eugen »

Also an der Stelle kann ich den Superhobel ziemlich gut verstehen. Ich habe meinen 16V auch nur bekommen, weil ich mich mit dem Verkäufer gut verstanden habe. Deswegen habe ich ihn auch fast 1000€ günstiger bekommen als er ursprünglich wollte. Ihm war halt wichtig, dass der Wagen weiterhin gepflegt und erhalten wird.
Wenn ich einen Scirocco verkaufen müsste, dann würde ich das wohl auch so machen. Die Autos sind einfach zu selten geworden udn es ist schade um jeden einzelnen der verheizt oder verschrottet oder geschlachtet wird. Das machen genug andere Leute, da muss ich nicht auch noch mitmachen.
Aber so schade es ist, für das Auto, die Anerkennung des Autos und den Wert ist es besser wenn es so wenig wie möglich Sciroccos gibt. Das wird aber von allein so kommen, das muss ich nicht auch noch beschleunigen.
In einem Punkt muss ich aber protestieren. Die Sciroccopreise sind alles andere als auf dem Tiefpunkt, der ist längst wieder überschritten. Versucht mal einen gut erhaltenen Scirocco zu finden und dann auch noch zu bezahlen. Wirklich gute Autos kosten auch schnell ganz viel Geld. Ein guter 16V kostete vor 3 Jahren noch max. 2000€, heute kostet er 4000€. Der selbe Wagen, der selbe Zustand. Das ist die bittersüße Realität.
Warten wir noch 5 Jahre ab. Dann schreien hier alle, warum sie ihre Autos verkauft oder geschlachtet haben oder warum man Teile einfach weggeworfen hat.
Mittlerweile wird sicherlich ca. die Hälfte der Sciroccos bewusst gefahren. Nicht weil er billig, toll und sonstwas ist, sondern weil man genau den Scirocco fahren will. Das ist die Basis für gute Preise und gute Hände, in die man das Auto abgibt.

Gruß,
Eugen
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RCV
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von RCV »

Mr. Burnout:

Is der KR der 16V mit der defekten Kopfdichtung "von damals"? :hihi: :gruebel:


Eugen:

Du hast Recht, wirkliche TOP Roccos kosten auch TOP Geld.

Gut, es gibt da verschiedene Auffassungen von TOP, aber wenn´s nach meinem Geschmack geht, kostet z.B. ein TOP JH 1500-2000 Euro und ein TOP 16V um 3000+ Euro.

Bei meinem 16V hatte ich auch viel Glück für 2500 Euro, allerdings hat der auch diverse kleine Dellen und hier und da etwas Rost :hihi:



Beitrag bearbeitet (03.07.06 18:11)
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´86er Scirocco 2 GTX 16V, KR, jetzt mit 07er-Kennzeichen
´03er Toyota Yaris, 65 PS, Höllenmaschine & Alltagsschlampe
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von Mr.Burnout »

>>Is der KR der 16V mit der defekten Kopfdichtung "von damals"? <<

jo, genau der...mit fast Vollausstattung :zwinker:
ich schaffs einfach zeitlich nicht den auch noch fertig zu machen...und bevor die Staubschicht noch dicker wird :hihi:


Gruß
Stefan
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Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von RCV »

Ich wollt gerad sagen...als ich vor 1 Jahr bei dir inner Halle war, war die Staubschicht darauf ja nich gerad dünn :hihi:

Wenn es soweit is, sach ma bescheid, man weiss ja nie... :hihi: :cop:
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Günni

Re: Philosophie des Sciroccoverkaufs

Beitrag von Günni »

Also mir ist es echt scheißegal wer den Scirocco kauft den ich anbiete, wenn die Kohle stimmt.

Aber da meine Preise so hoch sind, das sie nur von echten Liebhabern gekauft werden, brauch ich mir keine Gedanken machen was mit dem Rocco passiert. :hihi:
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