Manchmal schäme ich mich dafür für diese Firma zu arbeiten
Das Problem besteht auch darin, dass viele Prüfer selbstständig für Fachwerkstätten prüfen, von denen abhängig sind. Lassen sie zuviele durchfallen werden sie nicht mehr angefordert, lassen sie viele durchkommen verdient die Werkstatt nichts mehr an den Reparaturen. Da bilden sich schnell Seilschaften, da ja keine Rotation stattfindet, man "kennt sich eben und man hilft sich."
Erlebt habe ich es auch schon, sehr viele Mängel bei der Erstvorführung, bei der Zweitvorführung dann vom gleichen Prüfer nicht etwa die Punkte der ersten abgearbeitet sondern nur eben locker drübergeschaut und "durchgewinkt", nicht mal geprüft ob die neue Bremse funktioniert, sondern einfach nur Zahlen reingeschrieben.
Trotzdem: Ich hasse Korruption wie die Pest!
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Läuft wie geschmiert: TÜV-Prüfer unter Korruptionsverdacht
Im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen norddeutsche TÜV-Mitarbeiter sind 70 Beamte im Einsatz und durchsuchen Wohn- und Geschäftsräume. Staatsanwälte ermitteln sogar schon seit zwei Jahren.
Im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen gegen norddeutsche TÜV-Mitarbeiter haben Ermittler Wohn- und Geschäftsräume in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchsucht und zwei Verdächtige festgenommen.
Es gehe es um TÜV- Zulassungen, die ausgestellt worden seien, ohne dass Sachverständige das Fahrzeug in Augenschein genommen hätten, teilten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt vom Mittwoch mit.
Die Ermittlungen richten sich gegen mehr als 60 Beschuldigte, hieß es. Sechs von ihnen arbeiteten beim TÜV. Die übrigen sind Motorradhändler. Durchsuchungen gab es am Dienstag in Hamburg und im Umland, in Lübeck, Hannover, Essen, Gelsenkirchen und Mülheim/Ruhr. Gegen die zwei Festgenommenen - einen 40-Jährigen aus Wedel und einen 45-jährigen Beschuldigten aus Tangstedt (beides Kreis Pinneberg) - wurde Haftbefehl erlassen. Rund 70 Beamte waren bei den Durchsuchungen am Dienstag im Einsatz.
Seit zwei Jahren ermittelten die Staatsanwälte in dem Verfahren. Die Vorwürfe reichen von Falschbeurkundung im Amt über Bestechung und Bestechlichkeit bis hin zur Verleitung von Untergebenen zu Straftaten. Im Juli dieses Jahres war bereits der Inhaber einer Motorrad-Werkstatt zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Bestechung, Betruges und Anstiftung zur Falschbeurkundung im Amt verurteilt worden. Der Fall hatte die weiteren Ermittlungen ins Rollen gebracht.
Den Erkenntnissen zufolge wurden regelrechte „Wunschzettel“ an Kraftfahrzeug-Sachverständige gereicht. Sie sollen blind Gutachten für neu gebaute oder umgerüstete Motorräder angefertigt haben, erläuterte der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick.
ZV/lno
Artikel erschienen am 22.11.2006
Beitrag bearbeitet (24.11.06 23:00)