Folgendes Zitat stammt von Matse, einem freiberuflichen Ingenieur, der ab und zu erstklassige Beiträge im Volkstreff schreibt. Er berichtet hier über die Konstruktion und Zulassung von einem Xenon System im BMW E30. Er ist Online unter
www.jetta2.de www.mping.de und
www.led-kfz-leuchten.de zu erreichen.
"Zu den Xenon-Brennern hab ich auch noch eine Meinung, die ich hier gerne mit voller Härte vertrete.
Ich habe in einem BMW E30 eines vermögenden Freundes ein Xenon legal eingetragen bekommen, dass ich selbst gebaut habe. Ich habe mit einem Freund dafür allerdings diverse Hunderter an Euronis in dem System versenkt und diverse Ingenieursstunden meiner kostbaren Zeit dafür verwendet, das System ans Laufen zu bringen. Es ist vollkommen falsch, zu behaupten, man bekäme kein Xenon eingetragen. Wenn man ein System baut, welches die Zulassungsvorschriften erfüllt, ist das gar kein Problem!
Nur GENAU HIER trennt sich die Spreu vom Weizen. Viele Dummköpfe kaufen sich Adapter von H4 auf D2S oder D2R und bauen wollkommen illegale Scheinwerferanlagen mit Xenon auf. Diesen Idioten würde ich die Karre sofort in die Schrottpresse fahren, wenn ich Polizist wäre. Da fällt mir nichts mehr zu ein! Die blenden und gefährden vorsätzlich alle anderen Verkehrsteilnehmer um sich herum ohne Rücksicht auf Verluste nach der Art "Mir geht es doch gut, ich sehe ja hell, aber was mit den anderen ist, ist mir egal.". Ich habe ein System aufgebaut, was alle Zulassungsbedingungen erfüllt. Und deswegen und auch NUR deswegen habe ich mein Xenon-System eingetragen bekommen. Ich erzähle Euch auch kurz wie.
Wir haben zwei E39-Xenon-Brenner komplett mit Vorschaltgeräten und Scheinwerfer in die E30-Reflektoren eingepasst. Wir haben uns teure selbst entwickelte Adapter fräsen lassen, die die Scheinwerfer präzisest optisch genau in der gewünschten Richtung positionieren. VOn dem E30-Scheinwerfer blieb eigentlich nur das Deckglas, das auf den Adapter geklebt und in den dann der E39-Brenner eingesetzt wurde. Von hinten wurde das ganze mit einer Blechhülle wasserdicht und trocken verschalt. Der Adaptersockel enthielt oben zwei einstellbare Kugelköpfe, mit denen das ganze Scheinwerfersystem klappbar am oberen Ende des Schlossträgers aufgehängt wurde, um die Höhenregulierung zu ermöglichen. Nun konnten wir einen Xenonscheinwerfer bereits frei im E30 rauf- und wieder herunterbewegen. Für die automatische Höhenregelung haben wir an der Hinterachse einen E39-Sensor angepasst und verbaut. Dieser lieferte uns das gewünschte Signal für die Einfederung an der Hinterachse. Da der Serienmechanismus eines E30-Scheinwerfers von der Verstellgeschwindigkeit her für ein Xenon nicht einmal im Ansatz reicht, kam ich auf eine ebenso einfache wie nur geniale Lösung: Modellbauservos. Diese Servos erzeugen hohe Drehmomente, sind positionsgeregelt und über ein Rechtecksignal mit entsprechend variablem Tastverhältnis elektrisch einfach ansteuerbar. Also haben wir am unteren Ende der E30-Xenonbrenner je zwei Haltebleche angebracht, auf denen die Servos sitzen. Diese wurden über kleine Koppelstangen an die E30-Xenonbrenner angekoppelt. Im Prototypenstadium konnten wir dann schon den Scheinwerfer elektrisch extrem präzise und mit einer hohen Geschwindigkeit in der Höhe verstellen. Dann habe ich noch in nächtelanger Arbeit einen Regler gebaut, der aus den Höhensensorsignalen der HA die Steuersignale für die Servos generiert. Damit Ihr einen Eindruck bekommt: wir haben ein halbes Jahr daran gebaut. Damit war die Aufgabe der automatischen Höhenregulierung erledigt. Als Reinigungsanlage diente uns die originale Intensivreinigungsanlage des E30 mit Wischern. Das ist beim E30 noch problemlos möglich, da die Scheinwerfer noch über kratzunempfindliche Glasscheiben verfügen.
Nach einem halben Jahr, etlichen Nachbesserungen an Regelung und Mechanik und mehreren Beinahezusammenbrüchen lief das System vor ca. 2 Wochen perfekt. Und jetzt erzähle ich Euch noch die Geschichte der Eintragung:
Wir sind hingefahren zum TÜV, haben Ihm die Bauartnummer der E39-Brenner gezeigt. Dann prüfte er die Scheinwerferreinigungsanlage, befand sie für vorschriftsmäßig. Die Regelung testete er wie folgt: Er stellte das Messgerät für die Scheinwerferhöhe vor den Brenner und schaltete ihn ein. Jetzt konnten wir die bis dato mangels Messgeräten nicht erfolgte korrekte Höhen- und Seiteneinstellung des Scheinwerfes an den Kugelköpfen vornehmen. Danach bat er einen Kollegen, sich in das geöffnete Kofferraumabteil zu setzten. Und siehe da, was passierte? Der Scheinwerfer stellte sich beinahe zeitgleich des Einfederns wieder auf die richtige Höhe, genau so, wie wir das vorher vor der Mauer auch schon hunderte Male ausprobiert hatten. Diese Prozedur für beide Scheinwerfer, 150,- Euronis auf den Prüftisch gelegt und fertig war die Eintragung. LEGAL!!!!!
So ist die Xenoneintragung kein Problem. Man muss nur alle Vorschriften erfüllen. Ich hatte auch schon überlegt, ein Kit für die Rallygolffront oder die Zweikammerscheinwerfer des Golf 3 zu entwickeln und anzubieten. Aber ich müsste dafür mehrere tausender nehmen, wenn ich meine Zeit kalkulieren würde, die ich dafür verbraten habe. Aber es hat Spaß gemacht!
Angesichts des Aufwandes, den ich getrieben habe, um so etwas legal hinzubekommen, versteht jetzt vielleicht der ein oder andere meinen Hass auf diese dämlichen gepfuschten Nachrüstsockelfrickeleien!"