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Re: @Stephan L: Zündverteiler

Verfasst: Mi 26. Jul 2006, 18:01
von Superhobel
>>5400liter Luftmenge

woher kommt dieser Wert? Soll ich das mit dem stöchiometrischen Gemisch verbinden und dann ausrechnen?

Re: @Stephan L: Zündverteiler

Verfasst: Mi 26. Jul 2006, 18:14
von Mr.Burnout
Das ist der theoretische Luftbedarf bei 100% Füllung....

1,8 Liter Hubraum ziehen 0,9 Liter Frischgas pro Kurbelwellenumdrehung, das dann mal U/min und schon kommst du auf die 5400 Liter.

Ist natürlich nur ein Annäherungswert da 100% Füllung durch die Drosselverluste nicht erreicht werden, aber verbunden mit dem stöchiometrischen Gemisch und der tatsächlich maximalen Spritmenge ergeben sich doch ganz brauchbare Anhaltswerte.

Gruß
Stefan

Re: @Stephan L: Zündverteiler

Verfasst: Fr 28. Jul 2006, 11:33
von Superhobel
Hallo!

ich habe gestern mit einer billigen Zündpistole ohne Verstellwinkel die Markierung abgeblitzt und dabei folgendes festgestellt:

Steuerzeiten sind richtig, Zündung liegt ca 6 Grad vor OT, im Leerlauf zappelt sie ein wenig unruhig. Ab geringem Gas sofort stabil.

Ok?

Was ist in der Getriebeglocke zu sehen? OT Kerbe oder Zündkerbe?
(Ist nervig, dass VW keine Markierungen der Gradzahl aufgebracht hat)

Unterdruckschlauch am Steuergerät abgezogen und mit Stift verstopft. Gebe ich Drehzahl wandert der Zündpunkt an der Kurbelwelle recht fix ca 2,5cm aus, das sind umgerechnet auf den Umfang ca 20 Grad. Die Frühverstellung ist begrenzt, ab ca 2500 Umin geht sie nicht mehr weiter, egal wie hoch man dreht!

Ok? (Ich dachte die steigt immer weiter an mit der Drehzahl...)

Unterdruckschlauch wieder an Steuergerät angesteckt. Das gleiche Spiel nochmal. Oh Schreck, es scheint kein Unterschied zu sein, die Zündmarkierung wandert nicht weiter Richtung früh aus als vorher, dabei zieht der Schlauch deutlich Luft, auch bei Leerlauf wenngleich viel weniger als im Fahrbetrieb. Im Diagnosemodus der MFA waren nur 200mbar Druck bei erhöhter Drehzahl abzulesen, statt wir sonst ca 700-1000mbar. Testweise hat mein Kumpel ihn bei 4600 umin aufgesteckt, die Zündmarke steht unbeweglich still auf ihrem Maximalwert durch Drehzahlfrühverstellung.

Im JHIMS steht, dass der Unterdruck sogar bis 20 Grad in Richtung spät verstellen kann, dabei sollten sich diese beiden Werte doch addieren? Für den PL wird nämlich angegeben, dass es dort genau umgekehrt ist, sie sich addieren. So verschieden sind die Motoren sicherlich nicht, dass der eine Frühzündung braucht und der andere unter Last Spätzündung.

Im Handbuch für den GTX ist das Kennfeld abgedruckt, es zeigt bis zu 40 Grad Frühzündung bei hoher Drehzahl, das ist fast eine Viertel Umdrehung des Rades, bloss die erreiche ich nicht. Warum?

Bin für jede fachkundige Antwort dankbar!

(Werde heute mal testweise das Sterugerät zerlegen und den Drucksensor ausmessen.)



Beitrag bearbeitet (28.07.06 23:10)

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Fr 28. Jul 2006, 21:33
von Superhobel
:schieb:

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Sa 29. Jul 2006, 08:23
von Pigga
Mal so als Anregung: Haste mal die Lambdasondenspannung gemessen? Alsp während der Fahrt mein ich....
Pigga

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Sa 29. Jul 2006, 09:42
von Felix
Deine Zündzeitpunktverstellung ist doch auch klastabhängig - das bekommst du im Leerlauf nicht hin.

Grüße :wink:

Felix

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Sa 29. Jul 2006, 11:07
von Pigga
Also zur ZZP Verstellung: Um Grunde macht diese Zündbox-Zauberkiste nix anderes als der gute alte mechanischer auch: Abhängig von der Motordrehzahl wird der ZZP immer mehr richtung "früh" verstellt. Zusätzlich wird bei Teillast (also viel Drehzahl bei fast geschlossener Drosselklappe) der ZZP in Richtung "früh" verlagert. Vorteil der elekronischen Variante ist halt, dass du damit näher an die Klopfgrenze gehen kannst (mehr Leistung) bzw. anders rum im kritischen Lastbereichen, in denen der Motor zum "klingeln" neigt mal eben die Zündung zurückgenommen werden kann. Das schafft ein mechanischer Verteiler nicht, denn er arbeitet "linear", also ich meine einen "knick" in der verstellkurve bekommste beim mech. Verteiler nicht hin.
Stichwort Leerlauf: Du hast ja einmal die "Zigarre", deren Regelung recht träge arbeitet. Wenn Du also z.B. deine nicht vorhandene Klimaanlage einschaltest fängt diese Regelung ein Abfallen der Leerlaufdrehzahl auf.
Hier kommt die elektronische Stabilisierung durch die Züdung ins spiel: Fällt die Drehzahl unter einen bestimmten wert, dann verstellt die Zündanlage den ZZP in Richtung "früh". Dadurch wird z.B. vermieden, dass der Motor bei schnellen abtouren in den Drehzahlkeller absackt und u.U. ausgeht. In der Praxis siehst Du das Vorhandensein dieser Einrichtung an einem "zappeln" der Markierung auf der Riemenscheibe beim Anblitzen im Leerlauf. Im JHIMS-Schinken siehtst du dieses Feature im Zündkennfeld: Unterhalb der Leerlaufdrehzahl knickt das Zündkennfeld steil ab nach oben in richtung "früh".
Wenn der Motor in den unteren Gängen ausdreht und in den oberen Gängen keine Leistung hat käme für mich ein Abmagern in Frage (Überfetten natürlich genauso). Daher mein Tipp mit der Lambdasonde. Wenn auch nur grob, so siehst Du auf diesem Wege aber, ob Dein Gemisch "passt". Okay, das ganze birgt auch die Gefahr einer Fehlinterpretation, aber es wäre erstmal ein wichtiger Ansatz finde ich.
Pigga

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Sa 29. Jul 2006, 16:36
von Stephan
Die Frage ist nur, wie weit man das Zündkennfeld in den untersten Drehzahlbereichen anheben kann. Vielleicht hat da jemand Werte?

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Sa 29. Jul 2006, 17:30
von sublime
Auf der Knobloch EZV140, einstellbare Zündung, ist die Spitze bei 30° eingezeichnet. Soll ich die "Zeichnung" mal einscannen?

Re: @Stephan L: Zündverteiler (Problem gefunden?)

Verfasst: Sa 29. Jul 2006, 18:01
von Superhobel
Hallo,

@Pigga: Gute Ausführung! :thumb: Ich habe eine Lamda Anzeige im Wagen, keine Abmagerung, immer unter 1,0 (ausser wenn ich Gas wegnehmen, dann geht sie hoch nach 1.3). Auch keine Anfettung unter 0,8 vorhanden. Das Katventil regelt das sehr schön aus, abgezogen schwankt er viel stärker.

Das Zündkennfeld des 16V habe ich in Zahlenwerten vorliegen. Das geht bis 40 Grad vor OT bei minimalem Saugrohrdruck also de facto Leerlauf.
Fakt ist aber: ab 2500 Umin ist bei mir Schluss, da geht es nicht weiter. Ausgemessen sind 2,5cm Umfang auf dem Rad, das sind ca 15-20 Grad nach der allg. Geometrie. Die Kerbe bleibt exakt am Ende des Riemenschutzes stehen. Jemand sagte mir, dass könne nicht sein, je schneller der Motor dreht desto früher müsste er zünden. Testweise werde ich morgen nochmal den Oszillograph an die Hallsonde hängen, vielleicht spinnt die ja etwas herum.

Dass die Zigarre recht träge reagiert merke ich, wenn ich sehr schnell die Servolenkung einschlage, es kann da mal passieren, dass er ausgeht. Mit der neuen Zigarre aber selten geworden, die alte war hinüber da ging er regelmässig in der Kurve beim Ausparken etc aus.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich werf das Steuergerät jetzt raus, die Unterdruckverstellung geht ja zB gar nicht. Ein Wunder dass er noch dermassen gut anzieht in den unteren Gängen, geht ab wie
Schmitz' Katze.

Ansonsten ist in diesem Forum mehr Fachwissen vorhanden als in so mancher "Fachwerkstatt". Ich hole immer mehrere Meinungen ein und die sind fast immer anders :wuetend: ATU hat gar keinen Plan, die wussten nicht was man bei der CO Einstellung abziehen muss, dass die Kurbelwellenentlüftung runter muss, die Zigarre abgeklemmt usw.
Einer, der nach seinen Worten "mit der K-Jetronic aufgewachsen" sagte mir doch tatsächlich, die K-Jetronic würde getaktet einspritzen indivudell für jeden Zylinder :crazy:

PS: Mein Katt hämmert leider vor den Stabi, wenn der Motor kippt, sehr unschönes Schnarren trotz Polsterung. Kann man den vorderen Stabi der Dreickslenker weglassen ohne Sicherheitsrisko einzugehen? Oder innen die Querstrebe ausflexen, so dass nur die Seiten stehen bleiben?



Beitrag bearbeitet (29.07.06 19:18)