Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung
Stadt Osnabrück 04.07.2008
-
Jetzt droht auch dem Werkzeugbau das Aus
Von Stefan Prinz
Osnabrück. Die Hiobsbotschaften von Karmann reißen nicht ab: Am Mittwoch hat die Geschäftsführung betriebsintern darüber informiert, dass auch die Sparte Werkzeugbau des Unternehmens verkauft werden soll. Findet sich kein Käufer, droht die Schließung. Es geht um weitere 250 Arbeitsplätze.
Der Werkzeugbau von Karmann genießt in der Branche einen hervorragenden Ruf. Die zumeist hochqualifizierten Beschäftigten dieser Abteilung fertigen Werkzeuge, die im Fahrzeugbau benötigt werden. Wichtigster Kunde des Karmann-Werkzeugbaus ist der Karmann-Fahrzeugbau. Aber nicht der einzige. Der Werkzeugbau fertigt auch für andere Auto-Hersteller, zum Beispiel für Volkswagen.
Während der jüngsten Aufsichtsratssitzung Ende Juni wurde erstmals offen zwischen Aufsichtsräten und Gesellschaftern über einen Verkauf des Werkzeugbaus gesprochen. Die Gesellschafter sehen für den Werkzeugbau innerhalb der „Wilhelm Karmann GmbH“ keine Zukunft.
Nicht wettbewerbsfähig
Nach Informationen unserer Zeitung ist nicht allein die Krise des Fahrzeugbaus schuld an den Verkaufsplänen für den Werkzeugbau: „Die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Wettbewerb ist nicht mehr gegeben“, gesteht sich Karmann in einem internen Schreiben der Geschäftsleitung an die Mitarbeiter ein. Und weiter: „Wir wurden zwar immer besser, doch die Überkapazitäten, die Ausbreitung technischen Wissens in den Niedriglohnländern und der Margenverfall nahmen noch schneller zu. Infolgedessen war und ist es nahezu unmöglich für uns, auskömmliche Preise am Markt zu erzielen.“ Kurzum: Der Werkzeugbau ist für Karmann ein Verlustgeschäft. Und das Minus ist gewaltig. Nach Neue-OZ-Informationen summierten sich innerhalb der vergangenen Jahre hohe zweistellige Millionenbeträge. Das bestätigte auch ein Firmen-Sprecher.
Verluste im Werkzeugbau sind für Karmann nicht neu. Schon in früheren Jahren schrieb diese Sparte zeitweise rote Zahlen. Allerdings: Damals konnten die anderen – wirtschaftlich erfolgreicheren Geschäftsbereiche von Karmann – die Verluste im Werkzeugbau auffangen. Jetzt, da auch der umsatzstarke Fahrzeugbau vor dem Aus steht, will man den Werkzeugbau nicht mehr subventionieren.
Arbeit bis Mitte 2009
Nach Informationen unserer Zeitung hat der Werkzeugbau noch Arbeit bis zur zweiten Jahreshälfte 2009. Ob es derzeit schon Verhandlungen mit einem Interessenten gibt, ist unklar.
Die Geschäftsführung will die Mitarbeiter in Kürze zu einer Info-Veranstaltung zusammenrufen, um über die Pläne zu informieren. Nach Angaben von Branchenkennern könnte der Werkzeugbau auch ohne die „Wilhelm Karmann GmbH“ existieren.
Osnabrücks IG-Metall-Chef Hartmut Riemann bedauert die Entscheidung und warnt davor, dass ein Verkauf der Sparte die Entwicklung des Gesamtunternehmens beeinträchtigen könnte.
Karmann: Freier Fall im Finale der Fahrzeugmontage oder Kosolidierung
- klimarocco
- Erfahrener Nutzer
- Beiträge: 1107
- Registriert: Sa 14. Feb 2004, 22:46
- Wohnort: 49082 Osnabrück, klimarocco@sciroccoforum.de, Tel. 0157 54 07 82 83
- RoccoNaut
- Erfahrener Nutzer
- Beiträge: 1068
- Registriert: Do 1. Jan 1970, 01:00
- Wohnort: Euskirchen
AW: Karmann: Freier Fall im Finale der Fahrzeugmontage oder Kosolidierung
tja, das wird dann wohl leider das komplette aus für das unternehmen.
[CENTER]
"Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe"
(Walter Röhrl)
[/CENTER]
"Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe"
(Walter Röhrl)
[/CENTER]