Karmann - aktuell :-(
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Karmann - aktuell :-(
Quelle: Internetinfo der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 17. März 2005; Auszug aus dem gedruckten Text der Ausgabe vom selben Tag
Wirtschaft 17.03.2005 14:27
Cabrio-Bauer Karmann will 350 Arbeitsplätze streichen
Vorwiegend jüngere Mitarbeiter müssen Karmann verlassen.
Osnabrück (dpa) - Europas größte Cabrio-Schmiede Karmann will wegen sinkender Nachfrage 350 Stellen am Standort Osnabrück streichen. 250 vorwiegend jüngeren Mitarbeitern werde betriebsbedingt gekündigt, sagte Sprecher Christian Eick.
Rund 100 Beschäftigte erhielten eine Altersregelung zur Kündigung, wonach die Differenz zwischen dem bisherigen Nettoeinkommen und dem Arbeitslosengeld für bis zu 32 Monate ausgeglichen wird. Auch Kurzarbeit für mehr als 2000 Beschäftigte sei vom 30. Juni an für ein Jahr geplant. Mit den Angaben bestätigte Eick einen Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung».
Zudem will Karmann die Wochenarbeitszeit im Fahrzeugbau von April bis Juni von 35 auf 27,5 Stunden verkürzen. Die Einkommenseinbußen von etwa 2500 Arbeitern beliefen sich auf im Schnitt 21 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Die Angestellten sollen in dem Zeitraum 10 Prozent weniger arbeiten.
Die Kapazität am Standort bleibe so erhalten, betonte Eick. «Wir sind jederzeit bereit, bei einem Anspringen der Konjunktur auf den alten Stand zu kommen.» Insgesamt 5823 Mitarbeiter seien in Osnabrück beschäftigt. Der Standort Rheine in Nordrhein-Westfalen sei nicht betroffen.
Der Stellenabbau sei notwendig, weil die Cabriomodelle Mercedes CLK, Audi A4 und Chrysler Crossfire den «Produktionsgipfel» überschritten hätten, sagte Eick. Zwar habe Karmann 2004 rund 94 000 Autos hergestellt - nach 73 000 im Vorjahr. «Aber Rekorde haben nun mal die Eigenschaft, nicht immer wiederholt werden zu können», erklärte der Sprecher.
Zudem belaste der teure Euro das Unternehmen - rund die Hälfte der Autos aus Osnabrück gingen in den Dollarraum. Der Betriebsratsvorsitzende Harald Klausing sagte, es sei eine Atempause bis 2006 gewonnen. Nach Betriebsratsangaben wären theoretisch sogar 800 Stellen bedroht gewesen. Ende 2004 hatte Karmann bereits den Abbau von 120 Stellen im Betriebsmittelbau bekannt gegeben und die Verträge von 770 befristet Beschäftigten vorzeitig gekündigt.
Wirtschaft 17.03.2005
Karmann: Wir kämpfen für Standort Osnabrück
Von Uwe Westdörp
Osnabrück, 16. 3.
Entlassungen, verkürzte Arbeitszeiten, Lohneinbußen und schließlich Kurzarbeit: Der Abstieg vom Produktionsgipfel zwingt den Cabriospezialisten Karmann zu einschneidenden Personalmaßnahmen im Stammwerk Osnabrück. Das Unternehmen hofft, so für viele Beschäftigte eine "Brücke in die Zukunft" bauen zu können. Für nicht wenige ist es freilich eine Zukunft ohne Karmann.
Denn 250 vorwiegend jüngeren Mitarbeitern wird betriebsbedingt gekündigt. Für weitere "etwa 100" Beschäftigte, so Betriebsrat und Geschäftsführung am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, sei eine Altersregelung gefunden worden. Auch sie erhalten Kündigungen, werden aber nach Darstellung des Betriebsrates von einem besonderen Sozialplan profitieren: Dieser sehe unter anderem vor, die Differenz zwischen Arbeitslosengeld und dem bisherigen Nettoeinkommen auszugleichen, und zwar für "bis zu 32 Monate". Zudem solle es als Ausgleich für Rentenverluste einmalige Abfindungen geben.
"Die Einschnitte sind schmerzlich, wir haben aber gemeinsam einen tragbaren Weg gefunden", meinte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernd Lieberoth-Leden. Beide Betriebsparteien hoben zudem hervor, dass es durch zusätzliche Arbeitszeitregelungen gelungen sei, die Zahl der Entlassungen unter den Ende Februar 5832 Beschäftigten in Osnabrück "auf ein Minimum zu beschränken". Theoretisch drohten nach Darstellung des Betriebsrates bis zu 800 Kündigungen.
Um dies zu verhindern, wurde eine "Beschäftigungsbrücke" vereinbart. Danach wird die Arbeitszeit in den Monaten April, Mai und Juni im gewerblichen Bereich des Fahrzeugbaus und in angrenzenden Bereichen von 35 auf 27,5 Wochenstunden verkürzt. Die entsprechenden Einkommenseinbußen belaufen sich laut Geschäftsführung auf durchschnittlich 21 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Betroffen davon seien etwa 2500 Mitarbeiter, hieß es. Die Angestellten sollen in derselben Zeit zehn Prozent kürzer arbeiten - ebenfalls bei deutlichen Gehaltseinbußen.
An diese Zeit der Einkommenseinbußen schließt sich eine Phase der Kurzarbeit für mehr als 2000 Beschäftigte im gewerblichen Bereich an. Sie soll nach dem vom Betriebsrat und Geschäftsführzung unterzeichneten "Interessenausgleich" am 1. Juli beginnen und bis zum 30. 6. 2006, also ein Jahr lang, dauern. Dies wird, wie es hieß, mit sieben bis acht Prozent Einbußen beim Bruttolohn verbunden sein.
Insgesamt, so betonten beide Seiten, gewinne Karmann somit 15 Monate Zeit, "die Kapazitätsanpassungen möglichst sozialverträglich zu lösen". Lieberoth-Leden erläuterte, Karmann befinde sich in einer "schwierigen Situation". Er erklärte die Personalmaßnahmen mit den üblichen Lebens- und Absatzzyklen von Automobilen. Er spielte damit darauf an, dass die noch im letzten Jahr stark nachgefragten Modelle Audi A4 Cabrio, Mercedes CLK Cabrio und Chrysler Crossfire alle fast gleichzeitig ihren Produktionsgipfel überschritten haben, auch wenn sie sich weiter "hervorragend" verkauften. Zudem wirkten sich gestiegene Rohstoffkosten und die Schwäche des Dollars aus: "Das Vergnügen am Export ist deshalb nicht mehr so groß", sagte Lieberoth-Leden.
Er betonte zugleich aber auch, dass Karmann als Hersteller von Nischenfahrzeugen hochspezialisiert und ein attraktiver Partner für die Automobilwirtschaft sei. Auch hinsichtlich der Herstellungskosten habe das Osnabrücker Unternehmen "in aller Regel die Nase vorn".
Firmensprecher Christian Eick ergänzte, allein in Deutschland würden jährlich rund 150000 Cabriolets nachgefragt. Der Marktanteil steige ständig: Im Jahr 2001 seien es 3,5 Prozent gewesen, im Jahr 2003 bereits 4,5 Prozent - und für das laufende Jahr werde ein Wert von 6,5 Prozent prognostiziert.
Wie Lieberoth-Leden zeigten sich auch Eick überzeugt, dass Karmann in diesem Markt gut aufgestellt ist und ihn auch künftig von Osnabrück aus bedienen wird. "Wir kämpfen für den Standort Osnabrück", versicherte die Geschäftsführung.
Wirtschaft 17.03.2005 14:27
Cabrio-Bauer Karmann will 350 Arbeitsplätze streichen
Vorwiegend jüngere Mitarbeiter müssen Karmann verlassen.
Osnabrück (dpa) - Europas größte Cabrio-Schmiede Karmann will wegen sinkender Nachfrage 350 Stellen am Standort Osnabrück streichen. 250 vorwiegend jüngeren Mitarbeitern werde betriebsbedingt gekündigt, sagte Sprecher Christian Eick.
Rund 100 Beschäftigte erhielten eine Altersregelung zur Kündigung, wonach die Differenz zwischen dem bisherigen Nettoeinkommen und dem Arbeitslosengeld für bis zu 32 Monate ausgeglichen wird. Auch Kurzarbeit für mehr als 2000 Beschäftigte sei vom 30. Juni an für ein Jahr geplant. Mit den Angaben bestätigte Eick einen Bericht der «Neuen Osnabrücker Zeitung».
Zudem will Karmann die Wochenarbeitszeit im Fahrzeugbau von April bis Juni von 35 auf 27,5 Stunden verkürzen. Die Einkommenseinbußen von etwa 2500 Arbeitern beliefen sich auf im Schnitt 21 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Die Angestellten sollen in dem Zeitraum 10 Prozent weniger arbeiten.
Die Kapazität am Standort bleibe so erhalten, betonte Eick. «Wir sind jederzeit bereit, bei einem Anspringen der Konjunktur auf den alten Stand zu kommen.» Insgesamt 5823 Mitarbeiter seien in Osnabrück beschäftigt. Der Standort Rheine in Nordrhein-Westfalen sei nicht betroffen.
Der Stellenabbau sei notwendig, weil die Cabriomodelle Mercedes CLK, Audi A4 und Chrysler Crossfire den «Produktionsgipfel» überschritten hätten, sagte Eick. Zwar habe Karmann 2004 rund 94 000 Autos hergestellt - nach 73 000 im Vorjahr. «Aber Rekorde haben nun mal die Eigenschaft, nicht immer wiederholt werden zu können», erklärte der Sprecher.
Zudem belaste der teure Euro das Unternehmen - rund die Hälfte der Autos aus Osnabrück gingen in den Dollarraum. Der Betriebsratsvorsitzende Harald Klausing sagte, es sei eine Atempause bis 2006 gewonnen. Nach Betriebsratsangaben wären theoretisch sogar 800 Stellen bedroht gewesen. Ende 2004 hatte Karmann bereits den Abbau von 120 Stellen im Betriebsmittelbau bekannt gegeben und die Verträge von 770 befristet Beschäftigten vorzeitig gekündigt.
Wirtschaft 17.03.2005
Karmann: Wir kämpfen für Standort Osnabrück
Von Uwe Westdörp
Osnabrück, 16. 3.
Entlassungen, verkürzte Arbeitszeiten, Lohneinbußen und schließlich Kurzarbeit: Der Abstieg vom Produktionsgipfel zwingt den Cabriospezialisten Karmann zu einschneidenden Personalmaßnahmen im Stammwerk Osnabrück. Das Unternehmen hofft, so für viele Beschäftigte eine "Brücke in die Zukunft" bauen zu können. Für nicht wenige ist es freilich eine Zukunft ohne Karmann.
Denn 250 vorwiegend jüngeren Mitarbeitern wird betriebsbedingt gekündigt. Für weitere "etwa 100" Beschäftigte, so Betriebsrat und Geschäftsführung am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, sei eine Altersregelung gefunden worden. Auch sie erhalten Kündigungen, werden aber nach Darstellung des Betriebsrates von einem besonderen Sozialplan profitieren: Dieser sehe unter anderem vor, die Differenz zwischen Arbeitslosengeld und dem bisherigen Nettoeinkommen auszugleichen, und zwar für "bis zu 32 Monate". Zudem solle es als Ausgleich für Rentenverluste einmalige Abfindungen geben.
"Die Einschnitte sind schmerzlich, wir haben aber gemeinsam einen tragbaren Weg gefunden", meinte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernd Lieberoth-Leden. Beide Betriebsparteien hoben zudem hervor, dass es durch zusätzliche Arbeitszeitregelungen gelungen sei, die Zahl der Entlassungen unter den Ende Februar 5832 Beschäftigten in Osnabrück "auf ein Minimum zu beschränken". Theoretisch drohten nach Darstellung des Betriebsrates bis zu 800 Kündigungen.
Um dies zu verhindern, wurde eine "Beschäftigungsbrücke" vereinbart. Danach wird die Arbeitszeit in den Monaten April, Mai und Juni im gewerblichen Bereich des Fahrzeugbaus und in angrenzenden Bereichen von 35 auf 27,5 Wochenstunden verkürzt. Die entsprechenden Einkommenseinbußen belaufen sich laut Geschäftsführung auf durchschnittlich 21 Prozent des bisherigen Bruttolohns. Betroffen davon seien etwa 2500 Mitarbeiter, hieß es. Die Angestellten sollen in derselben Zeit zehn Prozent kürzer arbeiten - ebenfalls bei deutlichen Gehaltseinbußen.
An diese Zeit der Einkommenseinbußen schließt sich eine Phase der Kurzarbeit für mehr als 2000 Beschäftigte im gewerblichen Bereich an. Sie soll nach dem vom Betriebsrat und Geschäftsführzung unterzeichneten "Interessenausgleich" am 1. Juli beginnen und bis zum 30. 6. 2006, also ein Jahr lang, dauern. Dies wird, wie es hieß, mit sieben bis acht Prozent Einbußen beim Bruttolohn verbunden sein.
Insgesamt, so betonten beide Seiten, gewinne Karmann somit 15 Monate Zeit, "die Kapazitätsanpassungen möglichst sozialverträglich zu lösen". Lieberoth-Leden erläuterte, Karmann befinde sich in einer "schwierigen Situation". Er erklärte die Personalmaßnahmen mit den üblichen Lebens- und Absatzzyklen von Automobilen. Er spielte damit darauf an, dass die noch im letzten Jahr stark nachgefragten Modelle Audi A4 Cabrio, Mercedes CLK Cabrio und Chrysler Crossfire alle fast gleichzeitig ihren Produktionsgipfel überschritten haben, auch wenn sie sich weiter "hervorragend" verkauften. Zudem wirkten sich gestiegene Rohstoffkosten und die Schwäche des Dollars aus: "Das Vergnügen am Export ist deshalb nicht mehr so groß", sagte Lieberoth-Leden.
Er betonte zugleich aber auch, dass Karmann als Hersteller von Nischenfahrzeugen hochspezialisiert und ein attraktiver Partner für die Automobilwirtschaft sei. Auch hinsichtlich der Herstellungskosten habe das Osnabrücker Unternehmen "in aller Regel die Nase vorn".
Firmensprecher Christian Eick ergänzte, allein in Deutschland würden jährlich rund 150000 Cabriolets nachgefragt. Der Marktanteil steige ständig: Im Jahr 2001 seien es 3,5 Prozent gewesen, im Jahr 2003 bereits 4,5 Prozent - und für das laufende Jahr werde ein Wert von 6,5 Prozent prognostiziert.
Wie Lieberoth-Leden zeigten sich auch Eick überzeugt, dass Karmann in diesem Markt gut aufgestellt ist und ihn auch künftig von Osnabrück aus bedienen wird. "Wir kämpfen für den Standort Osnabrück", versicherte die Geschäftsführung.
- Tempest
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Re: Karmann - aktuell :-(
Naja, zumindest der letzte Absatz klingt noch hoffnungsvoll ...
Tempest
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Re: Karmann - aktuell :-(
Das hatten wir daoch schonmal mit Arbeitsplätze und 50 Jahre KARMANN GHIA...........
Gruß Gregor
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Re: Karmann - aktuell :-(
Na die sollten doch auf eigene Faust die beiden Roccos wieder produzieren, dass wär mal was... eine Bestellung für einen 1er (der nicht rostet) würd ich schon mal aufgeben 
Gruss
Oli
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Oli
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Re: Karmann - aktuell :-(
Ja das Wäre mit Sicherheit noch mal ne tolle Sache. Könnte mir auch gut vorstellen das einige sich dann noch den einen oder anderen neuen Rocco ordern. Aber wenn dann nur nen 2er Rocco mit Leder in schwarz und KR! Power satt auch ohne Kat!
mfg Marko
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- Tempest
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Re: Karmann - aktuell :-(
Weiterträumen dürfen wir ja, aber die harte Realität des Kapitalismus lässt leider keinen Raum für solche Träumereien, zumindest nicht bei Karmann, das ja nun ein Unternehmen wie jedes andere auch ist, sprich: Es muss Geld verdient werden, egal wie, also egal mit welchen Automodellen.
Die paar Roccos, die wir ggf. bereit wären zu bestellen tun's dann auch nicht mehr.
Tempest
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Tempest
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sublime
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Re: Karmann - aktuell :-(
Und erinnert euch an die Worte vom Geburtstag - die Formen sind zerstört worden und die Dinger kostet ein Vermögen 
Ich muss mal was loswerden, und um auf die Krise bei Karmann zu kommen dabei einen großen Bogen nehmen. Ich möchte keinen zum Lesen zwingen, aber das wird ein größerer Text.
Zum einen verstehe ich es nicht, daß sich angeblich der Geschmack der Menschen permanent ändern soll. Warum findet man einen Wagen einfach genial und 20 Jahre später soll er sich nicht verkaufen können?
Ich sehe das so: Das was allgemein Mode genannt wird ist meiner Meinung nach sehr kritisch zu bewerten. Klar, mit heutigen Fertigungsmethoden kann man schönere Formen, versteckte Mechanismen und komfortablere Funktionen konstruieren. Auch ist mir klar, das der Mensch grundsätzlich gierig auf Neues ist, ein Wagen der auf den Markt geschmissen wurde reisst halt bis auf die Gruppe der Liebhaber keinen Käufer mehr das Geld aus der Tasche - aber nur weil er alt und bekannt ist, nicht weil ihn keiner mehr schön findet. Die Antwort auf die obrige Frage wäre also: nach 20 Jahren ist der nichts Neues, geil ist er immernoch.
Was ich aber nicht verstehe ist, das die Konstrukteure das KONZEPT aufgeben. Warum nicht einen "neuen" Scirocco bauen, dem man seine Abstammung ansieht? Klar, sowas kann auch schief gehen. Oft gibt es Modelle, da möchte man die Hersteller bitten doch endlich mal was neues zu machen. Aber könntet ihr euch vorstellen, das ein Porsche eine andere Form als die jetzige hat? Wenn ihr nen alten 911er und nen ganz aktuellen nebeneinander stellt wird jeder sofort erkennen, daß es der selbe Wagen ist. Macht das mal mit nem 2er Rocco und dem "Scirocco III" der kommen soll. Selbst beim Corrado würde schon der eine oder andere Probleme kriegen. Eine Corvette und ein Ferrari kann man auch konzepttechnisch locker 30 Jahre zurückverfolgen. Warum ein erfolgreiches Konzept wie den Scirocco aufgeben?
Aktuelles Gegenbeispiel: wieviel Prozent der potenziellen Käufer findet den neuen Ford Mustang wohl gelungen? Ich wette es sind mindestens 90%. Beim neuen GT 40 werden es nicht viel weniger sein. DAS sind Paradebeispiele für eigentlich abgelegte Konzepte, die im Zuge einer Retro-Welle wieder nach neustem Stand der Fertigungstechnik aufgearbeitet wurden. Und was ist? Die limitierte Auflage des Ford GT40 war schneller weg als Eis im Hochsommer, wo auch immer ein Mustang stand ist er JEDEM auf der Motorshow aufgefallen. Wo noch beim Vorgänder Modell des Mustangs jeder ihn maximal als "Ford" identifizieren konnte so ist das aktuelle Modell für jeden direkt ersichtlich ein echter Mustang.
In meiner zugegebenermaßen sentimentalen Ansicht hat Karmann einfach nur Pech nicht das für Hersteller machen zu dürfen, was sie am besten können: schöne Autos bauen. Wenn sich VW nur ans KONZEPT halten würde, könnte das Resultat garnicht schlecht werden: Fließheck, Keilform, flasche Schnauze und Kanten, auch wenn sie nur dem Lichtbruch dienen würden.
In diesem Sinne...
Gruss
Chris
Beitrag bearbeitet (19.03.05 17:34)
Ich muss mal was loswerden, und um auf die Krise bei Karmann zu kommen dabei einen großen Bogen nehmen. Ich möchte keinen zum Lesen zwingen, aber das wird ein größerer Text.
Zum einen verstehe ich es nicht, daß sich angeblich der Geschmack der Menschen permanent ändern soll. Warum findet man einen Wagen einfach genial und 20 Jahre später soll er sich nicht verkaufen können?
Ich sehe das so: Das was allgemein Mode genannt wird ist meiner Meinung nach sehr kritisch zu bewerten. Klar, mit heutigen Fertigungsmethoden kann man schönere Formen, versteckte Mechanismen und komfortablere Funktionen konstruieren. Auch ist mir klar, das der Mensch grundsätzlich gierig auf Neues ist, ein Wagen der auf den Markt geschmissen wurde reisst halt bis auf die Gruppe der Liebhaber keinen Käufer mehr das Geld aus der Tasche - aber nur weil er alt und bekannt ist, nicht weil ihn keiner mehr schön findet. Die Antwort auf die obrige Frage wäre also: nach 20 Jahren ist der nichts Neues, geil ist er immernoch.
Was ich aber nicht verstehe ist, das die Konstrukteure das KONZEPT aufgeben. Warum nicht einen "neuen" Scirocco bauen, dem man seine Abstammung ansieht? Klar, sowas kann auch schief gehen. Oft gibt es Modelle, da möchte man die Hersteller bitten doch endlich mal was neues zu machen. Aber könntet ihr euch vorstellen, das ein Porsche eine andere Form als die jetzige hat? Wenn ihr nen alten 911er und nen ganz aktuellen nebeneinander stellt wird jeder sofort erkennen, daß es der selbe Wagen ist. Macht das mal mit nem 2er Rocco und dem "Scirocco III" der kommen soll. Selbst beim Corrado würde schon der eine oder andere Probleme kriegen. Eine Corvette und ein Ferrari kann man auch konzepttechnisch locker 30 Jahre zurückverfolgen. Warum ein erfolgreiches Konzept wie den Scirocco aufgeben?
Aktuelles Gegenbeispiel: wieviel Prozent der potenziellen Käufer findet den neuen Ford Mustang wohl gelungen? Ich wette es sind mindestens 90%. Beim neuen GT 40 werden es nicht viel weniger sein. DAS sind Paradebeispiele für eigentlich abgelegte Konzepte, die im Zuge einer Retro-Welle wieder nach neustem Stand der Fertigungstechnik aufgearbeitet wurden. Und was ist? Die limitierte Auflage des Ford GT40 war schneller weg als Eis im Hochsommer, wo auch immer ein Mustang stand ist er JEDEM auf der Motorshow aufgefallen. Wo noch beim Vorgänder Modell des Mustangs jeder ihn maximal als "Ford" identifizieren konnte so ist das aktuelle Modell für jeden direkt ersichtlich ein echter Mustang.
In meiner zugegebenermaßen sentimentalen Ansicht hat Karmann einfach nur Pech nicht das für Hersteller machen zu dürfen, was sie am besten können: schöne Autos bauen. Wenn sich VW nur ans KONZEPT halten würde, könnte das Resultat garnicht schlecht werden: Fließheck, Keilform, flasche Schnauze und Kanten, auch wenn sie nur dem Lichtbruch dienen würden.
In diesem Sinne...
Gruss
Chris
Beitrag bearbeitet (19.03.05 17:34)
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Re: Karmann - aktuell :-(
>Wenn sich VW nur ans KONZEPT halten würde,
Dann aber hoffentlich eher das Konzept des Einsers als des 2ers
*duckundweg*
Tempest
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Re: Karmann - aktuell :-(
Hey, kein Problem, ist halt Geschmackssache
Und da wir alle wissen, WER hier die POMMES mit ESSIG ißt, wissen wir auch, was wir davon zu halten haben...
*duckundweg*
- klimarocco
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Re: Karmann - aktuell :-(
ein schöner Aufsatz mit viel Realität. Die oberste Heeresleitung bei Karmann betrachtet die gegenwärtige Situation und die mittelfristigen Aussichten nicht gerade als Krise. Aber es ist ein Hochseilakt, herstellerneutral zu arbeiten, denn die Hersteller untereinander sind sich ja spinnefeind weil Wettbewerber. Und Karmann hat sich nie entschieden, ein eigenes Vertriebsnetz - auch nicht für den 50jährigen Ghia - aufzubauen, sondern sich an grössere Häuser dranzuhängen oder in deren Auftrag zu entwickeln und zu produzieren.
Natürlich kann Karmann in Eigenregie Entwürfe anbieten, aber letztlich müssen davon Manager potentieller Auftraggeber überzeugt werden. Porsche ist ein schönes Beispiel: Seit den 50ern findet man in jedem Porsche optisch einen Porsche - und da, wo man es anders versucht hat, ist die Produktion - sicher nicht wegen zu grosser Erfolge - alsbald aufgegen worden.
Das heutige Konsumauto ist so wie ein Vanillepudding, mal mit Schokostreuseln, mal mit Smarties, mal mit Himbeersause, bleibt aber eben immer ein Vanillepudding, rund und plump. Allen wird der selbe Geschmack verordnet. Und dann suchen die Manager der grössten Autohersteller in ihren aktuellen Bilanzen nach den Gewinnen früherer Jahre. Ob Porsche, Scirocco oder Mustang: Das Umdenken des Managements geschieht nicht in Bilanzen, sondern im Kopf - dann stimmen hinterher auch die Bilanzen, wofür Porsche ein exzellentes Beispiel gibt.
Martin
Beitrag bearbeitet (20.03.05 02:04)
Natürlich kann Karmann in Eigenregie Entwürfe anbieten, aber letztlich müssen davon Manager potentieller Auftraggeber überzeugt werden. Porsche ist ein schönes Beispiel: Seit den 50ern findet man in jedem Porsche optisch einen Porsche - und da, wo man es anders versucht hat, ist die Produktion - sicher nicht wegen zu grosser Erfolge - alsbald aufgegen worden.
Das heutige Konsumauto ist so wie ein Vanillepudding, mal mit Schokostreuseln, mal mit Smarties, mal mit Himbeersause, bleibt aber eben immer ein Vanillepudding, rund und plump. Allen wird der selbe Geschmack verordnet. Und dann suchen die Manager der grössten Autohersteller in ihren aktuellen Bilanzen nach den Gewinnen früherer Jahre. Ob Porsche, Scirocco oder Mustang: Das Umdenken des Managements geschieht nicht in Bilanzen, sondern im Kopf - dann stimmen hinterher auch die Bilanzen, wofür Porsche ein exzellentes Beispiel gibt.
Martin
Beitrag bearbeitet (20.03.05 02:04)