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Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Mo 30. Nov 2009, 14:34
von Michas Rocco
Hallo,



ich plane ein massives Saugertuning an meinem 16V. Ich befinde mich momentan in der Informationsphase. Passieren soll folgendes:

- Bearbeitung Zylinderkopf
- Bearbeitung Zylinderkurbelgehäuse
- Bearbeitung Ansaugsystem
- Umbau auf Digifant I aus G60, diese wird zum Schluß eingebaut und dann auf dem Prüfstand abgestimmt.



Zuerst steht allerdings die Kopfbearbeitung an. Dazu will ich Sportventile mit Back Cut verwenden, Ventilfedern, Ferderteller, Keile und Führungen sollen ebenso neu gemacht und optimiert werden.

Meine Frage bezieht sich hier speziell auf eure Erfahrungen mit den Sportventilen, sind diese alltagstauglich und temperaturfest? Die Originalen sind mit Natrium gefüllt zwecks der Kühlung, ist das bei den Back Cut Ventilen auch so?

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Mo 30. Nov 2009, 15:11
von 53B
Back Cut sagt rein garnichts über das Material aus, theoretisch könnten die Teile aus Holz geschnitzt sein, das die nicht so toll sind sollte klar sein. Wenn die Ventile zum Beispiel aus Inconel sind haben die themrisch mehr Reserven als die Natrium gefüllten.

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Mo 30. Nov 2009, 16:12
von Michas Rocco
Hi,


das Material ist Inconel, ich habe mich etwas doof ausgedrückt. Back Cut beschreibt ja sogesehen die strömungstechnischen Eigenschaften und nicht das Material. Wenn Inconel thermisch haltbarer ist wie die original Ventile, dann wäre ja alles bestens.

Hast du solche Ventile verbaut?

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Mo 30. Nov 2009, 16:13
von Michas Rocco
Sowas habe ich beispielsweise entdeckt:


http://cgi.ebay.de/Inconel-Motorsport-V ... 3ef31a0559

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Di 1. Dez 2009, 00:31
von 53B
Inconel wird in Kernkraftwerken verwendet, glaub das Zeug kann schon was. In der schwedischen Tourenwagenmeisterschaft sind daraus die Krümmer und das Zeug ist um den Fakter 30? teurer als Edelstahl?
Also ist auf jeden Fall geil, allerdings würde ich sagen in deinem Fall trifft das Sprichwort: "Mit Kanonen auf Spatzen schiessen" zu.

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Di 1. Dez 2009, 01:28
von Michas Rocco
Gut, dann waere die Materialfrage geklaert.

Warum meinst es waere uebertrieben diese Ventile zu verwenden, Laut Aussage von Motorfachleuten soll sich der Durchsatz um bis zu 27% verbessern, bei einem Serienkopf. Mit der entsprechenden Bearbeitung der Ansaugwege und der Bruecke + Drosselklappe sollte doch was drin sein.

Ein weiterer Vorteil ist das geringere Gewicht der Ventile. Ich will zusaetzlich noch Titanfederteller und leichte Ventilfedern verbauen. Damit wird recht viel Masse im Ventiltrieb reduziert.

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Di 1. Dez 2009, 10:37
von Stephan
Die 27% oder 23% sind doch allenfalls ein theoretischer Wert. Bemerkbar wird sich das im Vergleich zu bearbeiteten Serienventilen so gut wie gar nicht machen. Wenn Du eine Einzeldrossel und Nockenwellen um 300° fahren würdest, wäre beim Leistungsmaximum von 240 PS vlt ein Unterschied von 3-4 PS bemerkbar. Das macht die Kosten sicher nicht wett. Mit dem Seriensaugsystem, bei dem die Hauptdrossel im Bereich der Drosselklappe liegt, und welche für hohe Leistungen eh nicht geeignet ist (um 175-180Ps bei der kleinen, um 195 PS bei der großen Brücke) ist das wirklich viel Geld, das weitestgehen umsonst ausgegeben wird. Was für Nockenwellen sollen überhaupt hinein?
Spar die Kohle lieber für die zahlreichen Zubehörteile, die Du für den Digifantumbau brauchst.

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Di 1. Dez 2009, 11:38
von Michas Rocco
Hallo Stephan,


danke für deine Hinweise, ich bin über diesen Umbaubericht auf die Back Cut Ventile aufmerksam geworden:

http://www.20v-sauger-tuning.de/

Bei weiteren Recherchen kam halt immer die Information mit den 27% am Serienkopf, was natürlich ordentlich klingt. Ich bin momentan auch wie gesagt noch damit beschäftigt Informationen zu sammeln. Die Nockenwellenfrage kam bei mir noch nicht. Ich werde dies entscheiden wenn soweit alle anderen Informationen klar sind.

Ziel soll so aussehen:

Ein Motor, der alltagstauglich und standfest ist und in etwa 180-190PS hat. Die Leistung soll aber nicht erst kurz vor dem Begrenzer anliegen sondern so wie es original auch ist.
Momentan ist alles original, bis auf ABF Nockenwellen und ABF Krümmer. Aber selbst der Umbau auf die ABF Nockenwellen hat sich sehr bemerkbar gemacht, seitdem ist die Trägheit des PL nahezu verschwunden und er dreht frei aus.

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Di 1. Dez 2009, 12:04
von Stephan
Also bei einem 1,8er kommt die Leistung nur über die Drehzahl. Die 190 PS erreichst Du bei schätzungsweise 7500 u/min. Ggf. wirst Du mit einem 2,0er 16V mehr Spaß haben. Aber 190 PS sind für einen Sauger dieser größe schon eine Hausnummer.

Habs eben mal überschlägig durchgerechnet. Unabhängig vom Hubraum, wenn der Motor 190PS bei zB. 5000 u/min bringen soll, müßte er ein Drehmoment von rund 265Nm erbringen. Das wird so kaum möglich sein, schon gar nicht beim 1,8er. Im Vergleich, bei 7500 u/min wäre nur noch ein Drehmoment von knapp 177Nm notwendig.
Mit einem 2,0er wäre hingegen eine Leistung von knapp 185PS bei ca 6500 u/min bei entsprechender nockenwellenseitiger und ansaugtechnischer Auslegung möglich, bei einem angegnommenen Drehoment von knapp 200Nm. Das muß man aber erstmal hinbekommen.

Mal zum ansatzweisen Vergleich, der 1,8T mit Serie 150PS erzeugt knapp 210Nm, allerdings in einem weiten Drehzahlbereich. Mit Chiptuning sind knapp 190 PS möglich. Dabei steigt das Drehmoment auf knapp 265-270Nm. Dazugehörige Drehzahl habe ich aber nicht im Kopf. Ist beim Turbo aber sowieso nicht so wirklich vergleichbar.

Will damit nur sagen, mit dem Saugerumbau bei fahrbaren Nockenwellen und straßentauglicher Auslegung, wirst Du selbst mit dem 2,0er i.V. mit der Seriensaugbrücke bei knapp 175PS an eine Grenze stoßen.

AW: Motorsportventile Back Cut

Verfasst: Di 1. Dez 2009, 12:51
von 53B
Dir muss auch klar seinen das der Schritt erst dann genutzt wird wenn alle anderen möglichkeiten die Leistung zu steigern ausgeschöpft sind. Bau lieber auf starre Tassen um, die machen sich sofort bemerkbar. Da sprich man von realistischen 7% Leistungssteigerung. Klar sind die Ventile megageil, aber damit die zu Geltung kommen musst du Drehzahlen fahren bei denen fast schon Titanpleuel nötig wären um die Masse so klein wie möglich zu halten. Um es mal vereinfacht auszudrücken, die Ventile sind dann wirklich von bedeutung wenn die Drehzahl richtig gewaltig ist und die Nockenbeschleunigung irrwitzige kg auf die Ventile presst. Aber das fährst du mit extrem leichten Kurbeltrieb der mal locker 8k kosten kann.
Das nimmt alles riesen Ausmaße an, entweder überdenkst du deine Vorstellung oder suchst nach einem anderen Projekt. Ein 16VG60 wäre wohl was für dich wenn du keine Bedenken wegen des Laders hast.