Karmann-Fahrzeugsammlung auf gutem Weg?
Verfasst: Di 14. Jul 2009, 09:03
Noch scheint das meiste vorhanden, noch scheint das meiste beisammen. Welchen Wert wird ein Investor, der Geld mit Maschinen und Menschen verdienen will, einem "Geschenk" beimessen, zu dem er gar keinen Bezug hat? Heute (14.7.) lesen wir in der neuen Osnabrücker Zeitung:
Der erste Ghia soll Investoren locken
Von Stefan Prinz
Osnabrück. 100 Jahre Auto-Geschichte, 125 Fahrzeuge und ein Millionenwert: Die Zukunft der Fahrzeugsammlung des insolventen Osnabrücker Autobauers Karmann wirft viele Fragen auf. Würde sie verkauft, ginge der Stadt etwas weltweit Einmaliges verloren.
Unbezahlbar: Der erste Karmann Ghia hat einen besonderen Platz in der Fahrzeugsammlung. Ein möglicher Investor soll ihn und die anderen 124 Autos der Ausstellung als eine Art Dankeschön dazubekommen. Foto: Jörn Martens
Unbezahlbar: Der erste Karmann Ghia hat einen besonderen Platz in der Fahrzeugsammlung. Ein möglicher Investor soll ihn und die anderen 124 Autos der Ausstellung als eine Art Dankeschön dazubekommen. Foto: Jörn Martens
125 Autos erzählen die Geschichte eines traditionsreichen Unternehmens: Vom Oldtimer aus dem Jahr 1913 bis zum sportlichen Chrysler Crossfire fehlen der Sammlung nur einige wenige Modelle aus den Anfängen des Autobaus. Dann wären alle je mithilfe von Karmann gefertigten Autos komplett in einem großen Ausstellungsgebäude auf dem Werksgelände zu sehen. „Weltweit einzigartig“, sagt Chef-Designer und Ausstellungsleiter Jörg Steuernagel mit einem Kopfnicken in Richtung jener Stücke, die von besseren Zeiten erzählen.
„Ja, die Sammlung ist Teil der Insolvenzmasse“, bestätigt ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann. Konkrete Pläne zum Verkauf gebe es aber derzeit nicht. Aber: Die einzigartige Sammlung soll ein möglicher Investor gewissermaßen als Dankeschön erhalten. So bliebe sie als Ganzes erhalten. Ein Einzelverkauf käme nur infrage, wenn Karmann – im schlimmsten denkbaren Fall – nicht mehr zu retten sei und zerschlagen werden müsste.
Der erste Karmann Ghia ist dabei, ein stattlicher Adler Diplomat von 1936 und diverse Prototypen, mit denen sich Karmann einst gute Geschäfte versprochen hat.
Der Wert der Sammlung ist kaum bezifferbar: Von Serienmodellen in teils bedauernswertem Zustand für wenige Tausend Euro bis hin zu Einzelanfertigungen, in die der Osnabrücker Autobauer Millionen investierte. Nur 20 Autos sind wirklich fahrbereit und kommen regelmäßig bei Oldtimer-Treffen zum Einsatz.
Das Besondere: Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Cabrios. Von seinen einfachen Anfängen bis zum Glasdach, das auf Knopfdruck im Kofferraum verschwindet. „Hier sind alle Innovationen im Dachbereich zu sehen“, sagt Chef-Designer Steuernagel.
Bisher sind diese Schmuckstücke nur Kunden und ausgewählten Besuchergruppen vorbehalten. Einige Tausend Interessierte schauten sich die Autos in den besten Jahren aus der Nähe an.
Nur ein finanzkräftiger Investor kann dieses Stück Osnabrücker Industriegeschichte retten. Die Stadt sieht sich im Notfall dazu außerstande. Über den Kauf einzelner Autos „mit starkem Osnabrücker Bezug“ könne man nachdenken, sagt Oberbürgermeister Boris Pistorius. Die ganze Sammlung sei für die Stadt aber zu teuer.
Der erste Ghia soll Investoren locken
Von Stefan Prinz
Osnabrück. 100 Jahre Auto-Geschichte, 125 Fahrzeuge und ein Millionenwert: Die Zukunft der Fahrzeugsammlung des insolventen Osnabrücker Autobauers Karmann wirft viele Fragen auf. Würde sie verkauft, ginge der Stadt etwas weltweit Einmaliges verloren.
Unbezahlbar: Der erste Karmann Ghia hat einen besonderen Platz in der Fahrzeugsammlung. Ein möglicher Investor soll ihn und die anderen 124 Autos der Ausstellung als eine Art Dankeschön dazubekommen. Foto: Jörn Martens
Unbezahlbar: Der erste Karmann Ghia hat einen besonderen Platz in der Fahrzeugsammlung. Ein möglicher Investor soll ihn und die anderen 124 Autos der Ausstellung als eine Art Dankeschön dazubekommen. Foto: Jörn Martens
125 Autos erzählen die Geschichte eines traditionsreichen Unternehmens: Vom Oldtimer aus dem Jahr 1913 bis zum sportlichen Chrysler Crossfire fehlen der Sammlung nur einige wenige Modelle aus den Anfängen des Autobaus. Dann wären alle je mithilfe von Karmann gefertigten Autos komplett in einem großen Ausstellungsgebäude auf dem Werksgelände zu sehen. „Weltweit einzigartig“, sagt Chef-Designer und Ausstellungsleiter Jörg Steuernagel mit einem Kopfnicken in Richtung jener Stücke, die von besseren Zeiten erzählen.
„Ja, die Sammlung ist Teil der Insolvenzmasse“, bestätigt ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann. Konkrete Pläne zum Verkauf gebe es aber derzeit nicht. Aber: Die einzigartige Sammlung soll ein möglicher Investor gewissermaßen als Dankeschön erhalten. So bliebe sie als Ganzes erhalten. Ein Einzelverkauf käme nur infrage, wenn Karmann – im schlimmsten denkbaren Fall – nicht mehr zu retten sei und zerschlagen werden müsste.
Der erste Karmann Ghia ist dabei, ein stattlicher Adler Diplomat von 1936 und diverse Prototypen, mit denen sich Karmann einst gute Geschäfte versprochen hat.
Der Wert der Sammlung ist kaum bezifferbar: Von Serienmodellen in teils bedauernswertem Zustand für wenige Tausend Euro bis hin zu Einzelanfertigungen, in die der Osnabrücker Autobauer Millionen investierte. Nur 20 Autos sind wirklich fahrbereit und kommen regelmäßig bei Oldtimer-Treffen zum Einsatz.
Das Besondere: Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Cabrios. Von seinen einfachen Anfängen bis zum Glasdach, das auf Knopfdruck im Kofferraum verschwindet. „Hier sind alle Innovationen im Dachbereich zu sehen“, sagt Chef-Designer Steuernagel.
Bisher sind diese Schmuckstücke nur Kunden und ausgewählten Besuchergruppen vorbehalten. Einige Tausend Interessierte schauten sich die Autos in den besten Jahren aus der Nähe an.
Nur ein finanzkräftiger Investor kann dieses Stück Osnabrücker Industriegeschichte retten. Die Stadt sieht sich im Notfall dazu außerstande. Über den Kauf einzelner Autos „mit starkem Osnabrücker Bezug“ könne man nachdenken, sagt Oberbürgermeister Boris Pistorius. Die ganze Sammlung sei für die Stadt aber zu teuer.