Sciroccobauer Karmann im Juli 2009 / Ende der Fahrzeugsammlung?
Verfasst: Mi 1. Jul 2009, 21:33
Einige haben´s auf Satzvey schon mitbekommen: Die Karmann-Fahrzeugsammlung sei an einen ungenannt sein wollenden Investor aus Süddeutschland verkauft. Recherchiert habe ich diese Info noch nicht - angesichts der kaum mehr vorhandenen Ansprechpartner bei Karmann ist das auch nicht ganz einfach. Was macht so ein Investor mit so einer Sammlung von Unikaten, jedes Einzelne im Top-Zustand, nicht nur die 53er? Meistbietend in alle Welt abgeben? Der eine oder andere weiss, dass auch der Keller des Gebäudes proppenvoll mit erstklassigen Fahrzeugen aus guter Karmannzeit war; man konnte die Ausstellungshalle 3 x füllen.
Mehr als 1.500 Mitarbeiter wurden in den letzten Monaten verabschiedet. Eine Transfergesellschaft mit Minimalausstattung kommt in letzter Sekunde in Gang. Problemlos finanziert werden hätte sie können, wenn Mercedes die Hälfte seiner ausstehenden Rechnungen bei Karmann beglichen hätte. Ist die Fahrzeugsammlung auch ein Opfer der Nobelmarke mit dem Stern? Was auch immer die einmalige Sammlung aus Prototypen, Einzelstücken und Finalen der Serienproduktion am Ende aktuell gekostet hat: Wertlos und umsonst waren die beachtenswerten Zeugnisse Osnabrücker Automobilgeschichte ganz sicher nicht.
In der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 1. Juli lesen wir:
Transfergesellschaft bei Karmann kommt
dpa Osnabrück.
Nach wochenlangen Verhandlungen können 1540 Mitarbeiter des insolventen Cabrio-Spezialisten Karmann aufatmen: Am späten Dienstagabend stimmte der Gläubigerausschuss der Einrichtung einer Transfergesellschaft zu.
Davon profitieren die Mitarbeiter, denen Karmann wegen der Aufgabe des Fahrzeugbaus am Stammwerk Osnabrück gekündigt hatte sowie 300 Beschäftigte, die im Zuge des Insolvenzverfahrens ihre Job verlieren. Das sagte der Chef der Osnabrücker IG Metall, Hartmut Riemann.
„Wir haben nun eine soziale Mindestabsicherung erreicht“, sagte Betriebsratsvorsitzender Wolfram Smolinski. Insolvenzverwalter Ottmar Hermann will Karmann mit rund 1500 Beschäftigten fortführen. Hermann sei es in „letzter Sekunde“ gelungen, 15,5 Millionen Euro für die Transfergesellschaft sicherzustellen. Alle Möglichkeiten der Finanzierung seien ausgelotet und verhandelt worden, sagte Riemann.
Die Mitarbeiter sind für ein halbes Jahr in der Transfergesellschaft, in der sie für den Arbeitsmarkt weiter qualifiziert werden sollen. Sie bekommen Transferkurzarbeitergeld in Höhe von 60 beziehungsweise 67 Prozent des zuletzt gezahlten Nettoeinkommens. „Die Höhe bestimmt sich danach, ob jemand Unterhaltszahlungen leisten muss oder nicht“, erläuterte Riemann.
Die Verhandlungen um eine Transfergesellschaft standen unter einem großen Druck, weil sie zum 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen musste. Sonst wären die bereits gekündigten Mitarbeiter ohne weitere Abfederung arbeitslos geworden. Eigentlich sollte die Qualifikationsgesellschaft bereits im April ihre Arbeit aufnehmen. Das wurde durch die drohende Zahlungsunfähigkeit Karmanns kurz vor Ostern verhindert. Die Insolvenz hatte Karmann damals auch mit den Kosten für die Transfergesellschaft begründet.
Riemann äußerte nochmals Kritik an dem Autobauer Mercedes. Dieser habe Rechnungen an Karmann nicht bezahlt und damit die Gründung der Transfergesellschaft über lange Zeit blockiert. Das letzte Mercedes CLK-Cabrio war in der vergangenen Woche vom Fließband in Osnabrück gerollt. Damit endete die mehr als einhundertjährige Geschichte des Autobaus in Osnabrück. Künftig soll sich Karmann auf Cabrio-Verdecke, die Fahrzeugentwicklung und den Werkzeugbau konzentrieren.
Mehr als 1.500 Mitarbeiter wurden in den letzten Monaten verabschiedet. Eine Transfergesellschaft mit Minimalausstattung kommt in letzter Sekunde in Gang. Problemlos finanziert werden hätte sie können, wenn Mercedes die Hälfte seiner ausstehenden Rechnungen bei Karmann beglichen hätte. Ist die Fahrzeugsammlung auch ein Opfer der Nobelmarke mit dem Stern? Was auch immer die einmalige Sammlung aus Prototypen, Einzelstücken und Finalen der Serienproduktion am Ende aktuell gekostet hat: Wertlos und umsonst waren die beachtenswerten Zeugnisse Osnabrücker Automobilgeschichte ganz sicher nicht.
In der Neuen Osnabrücker Zeitung vom 1. Juli lesen wir:
Transfergesellschaft bei Karmann kommt
dpa Osnabrück.
Nach wochenlangen Verhandlungen können 1540 Mitarbeiter des insolventen Cabrio-Spezialisten Karmann aufatmen: Am späten Dienstagabend stimmte der Gläubigerausschuss der Einrichtung einer Transfergesellschaft zu.
Davon profitieren die Mitarbeiter, denen Karmann wegen der Aufgabe des Fahrzeugbaus am Stammwerk Osnabrück gekündigt hatte sowie 300 Beschäftigte, die im Zuge des Insolvenzverfahrens ihre Job verlieren. Das sagte der Chef der Osnabrücker IG Metall, Hartmut Riemann.
„Wir haben nun eine soziale Mindestabsicherung erreicht“, sagte Betriebsratsvorsitzender Wolfram Smolinski. Insolvenzverwalter Ottmar Hermann will Karmann mit rund 1500 Beschäftigten fortführen. Hermann sei es in „letzter Sekunde“ gelungen, 15,5 Millionen Euro für die Transfergesellschaft sicherzustellen. Alle Möglichkeiten der Finanzierung seien ausgelotet und verhandelt worden, sagte Riemann.
Die Mitarbeiter sind für ein halbes Jahr in der Transfergesellschaft, in der sie für den Arbeitsmarkt weiter qualifiziert werden sollen. Sie bekommen Transferkurzarbeitergeld in Höhe von 60 beziehungsweise 67 Prozent des zuletzt gezahlten Nettoeinkommens. „Die Höhe bestimmt sich danach, ob jemand Unterhaltszahlungen leisten muss oder nicht“, erläuterte Riemann.
Die Verhandlungen um eine Transfergesellschaft standen unter einem großen Druck, weil sie zum 1. Juli ihre Arbeit aufnehmen musste. Sonst wären die bereits gekündigten Mitarbeiter ohne weitere Abfederung arbeitslos geworden. Eigentlich sollte die Qualifikationsgesellschaft bereits im April ihre Arbeit aufnehmen. Das wurde durch die drohende Zahlungsunfähigkeit Karmanns kurz vor Ostern verhindert. Die Insolvenz hatte Karmann damals auch mit den Kosten für die Transfergesellschaft begründet.
Riemann äußerte nochmals Kritik an dem Autobauer Mercedes. Dieser habe Rechnungen an Karmann nicht bezahlt und damit die Gründung der Transfergesellschaft über lange Zeit blockiert. Das letzte Mercedes CLK-Cabrio war in der vergangenen Woche vom Fließband in Osnabrück gerollt. Damit endete die mehr als einhundertjährige Geschichte des Autobaus in Osnabrück. Künftig soll sich Karmann auf Cabrio-Verdecke, die Fahrzeugentwicklung und den Werkzeugbau konzentrieren.