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Sollbruchstellen im Antrieb?

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 08:27
von Superhobel
Hallo,

Im Jahr 2000 verliessen mich auf der A57 damals die Geister meines Ford Fiesta mit einem Kolbenfresser. Ich fuhr damals Maximum, also ca 160 km/h. Plötzlich blockierten die Reifen, dann gab es einen Knall und der Wagen lief im Leerlauf direkt in den Graben die Böschung hoch, im Motor war ein fussballgrosses Loch, Motorteile lagen auf der Autobahn.

Beim Ford kam nach dem Knall der Leerlauf, ob Zufall oder gewollt weiss ich nicht. Seitdem fährt die Angst vor sowas immer mit, auch beim Scirocco wenn ich ihn sehr hoch drehe und an die 200 km/h komme, ganz verschwunden ist dieses Erlebnis nie.

Weiss zufällig jemand, ob es beim Scirocco Sollbruchstellen gibt. die bei Überlastung reissen, so dass der Wagen nach dem Verschweissen der Kolbenböden mit dem Zylinder noch zu lenken ist? Wenn dann müssten diese Stellen ja im Abtrieb sein aber da habe ich beim Zerlegen nichts gefunden.

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 10:03
von hadef
kupplung, also genau das, was beim fiesta auch passiert is.

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 10:24
von Superhobel
hadef hat geschrieben:kupplung, also genau das, was beim fiesta auch passiert is.
Die Kupplung besteht aus einer Verzahnung der Kurbelwelle, die nahezu unzerstörbar ist, Druckplatte, Schwungrad und Mitnehmerscheibe haben eine Kraftschlussverbindung. Dann geht es über eine vielverzahnte Welle ins Getriebe. Da kann de facto nichts brechen. beim Fiesta war der Pleuelschaft abgerissen, schlug wild um sich und zertrümmerte die Wandung des Blocks, der Kolben steckte noch in der Büchse :gruebel:

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 11:52
von dürener
ich denke nicht das es da irgendwo ein sollbruchstelle gibt,meistens geht halt zb das pleuel fliegen.

hab das mal bei nem 1.6er gti rocco erlebt.
der fahrer ist mit dem auto(nachts) stehen geblieben

Ich hab dann mal mit der taschenlampe nachgeschaut...und siehe da,der kolben im ersten zylinder hat den motor genau an der ölpumpe? verlassen.
dem guten stück hats auch das pleuel zerlegt!

pech für ihn,glück für mich.ich hab den rocco damals günstig bekommen und alles brauchbare auf lager gelegt.


Mfg Sascha

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 17:02
von 53B
Wieso kann eine Kupplung nicht brechen? Bei mir fängt langsam an sich die Scheibe zu zerlegen, mal schauen was Sachs dazu sagt.

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 17:56
von hadef
die kupplung ist die "sollbruchstelle" (auch wenns man nicht unbedingt so nennen kann) zwischen motor und antrieb. im normalfall soll einfach der belag rutschen. im ungünstigsten fall zerreisst sie.
und natürlich kann da auch irgendwo dazwischen was brechen. hab ich selbst schon gehabt. kupplung zerrissen und vielzahn abgedreht.

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 18:01
von typ53fan
Man kann in so einem Fall natürlich auch (wenn man reaktionsschnell und geistesgegenwärtig ist) die Kupplung einfach durchtreten und den Wagen ausrollen lassen.

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 21:07
von frittenfaehn
Hallo

tatsächlich ist für den Fall eines Motor / Getriebeschadens die Kupplung als verbindendes Teil beider Einheiten die "Sollbruchstelle".
Die Auslegung einer Kupplung läuft ungefähr so: man betrachtet wieviel Drehmoment die Kupplung übertragen soll, sagen wir 160Nm (das bringt der KT, Ableger vom DX für Schweden / Schweiz, und als Teilemensch würd ich nicht extra ne neue Kupplung bauen wegen 7Nm mehr als beim DX).
dazu kommt noch ne kleine Sicherheit (erhöht die Langlebigkeit), also sagen wir mal wir legen die Kupplung für zB 200Nm aus.

Die Kraft die übertragen werden kann wird beeinflußt durch
- die zur Verfügung stehende Reibfläche (A)
- den Abstand derselben zum Drehmittelpunkt (Kurbelwelle bzw Getriebeeingangswelle)
- den Anpreßdruck
- die Anzahl der Reibflächen (Stichwort Lamellenkupplung, Ein- / Zweischeibenkupplung)
und kann damit ziemlich genau auf die einfach mal in den Raum gestellten 200Nm eingestellt werden.
Blockiert nun der Motor treten - bis irgendein sonstiges Bauteil (zB Pleuel) versagt garantiert Momente >200Nm auf die die Kupplung aber nicht weiterleiten kann und somit wird das Getriebe (und was dahinterhängt) geschont.
Daß die 200Nm an der Eingangswelle und - dank Getriebeübersetzung (200Nm*Gangübersetzung*Achsübersetzung) - am Rad ankommenden Drehmomente je nach Fahrbahnzustand den Reifen zum blockieren bringen können kann man sich leider an 5 Fingern abzählen...

Also -aus meiner Sicht - leider keine wirkliche Entwarnung, aber vielleicht hilft Dir die statistische Sicht der Dinge...
irgendwo hab ich zB mal aufgeschnappt daß der Durchschnittsfahrer alle... 180000km (?) einmal eine Reifenpanne hat. Und das könnte tatsächlich zutreffen :-)

gruß
Fritte

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 21:10
von sciroccogls
@ Fritte:

So siehts aus :super:

Edit: Ach ja, den Reibwert hast du vergessen, aber ich kann dir nur zustimmen...

Gruss
Marc

Verfasst: Mi 25. Jul 2007, 21:19
von frittenfaehn
sciroccogls hat geschrieben:Edit: Ach ja, den Reibwert hast du vergessen, aber ich kann dir nur zustimmen...
danke... hab´ das grad so ausm Stehgreif zusammengetappst weil so langsam selbst n :coffee: nix mehr bringt