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Die sinn(Leistungslose) Abgasregelung des 16V PL

Verfasst: Mo 19. Feb 2007, 14:01
von christian_scirocco2
Hallo,

ich habe mir in den letzten Tagen ein paar Gedanken über die Motor-(Abgas)regelung) des 16V Motors (PL) gemacht und wüßte gerne eure Meinung dazu.
Ich bin zu dem Schluß gekommen, das es praktisch unmöglich ist den Motor vernünftig einzustellen, zumindest nicht 100%ig. Hier mal ein Bild der Regelung des Motor.

Bild

Wie man erkennen kann ist es überhaupt nicht möglich in die Regelung selber einzugreifen. Man kann nur mit der Co-Schraube einen groben Wert vorgeben.
Und da liegt der Knackpunkt wie ich finde.
Mal angenommen ich habe den Motor an ein (geeichtes) Abgasmessgerät hängen.

Das Messgerät zeigt mir Lambda 1 an, die Lambdasonde mist ebenfalls Lambda 1. Das Steuergerät hat aber eine gewisse Fehlertoleranz und erkennt die Lambda 1 als Lambda 1,1.
Nun fängt es an zu Regeln, fettet das Gemisch an. Wird das Gemisch nun fetter zeigen Messgerät und Lambsasonde Lambda 0,9 an, das MSG erkennt es als 1,0 und bleibt in der Regelstellung stehen.
Das gleiche zeigt sich wenn man eine leicht defekte Lamdasonde hat. Zeigt sie einen leichten Fehlwert an, regelt das MSG dementsprechend nach.

Es fehlt dem Benutzer einfach die Möglichkeit dem Steuergerät vorgeben zu können das der aktuell gemessene Wert Lambda 1 entspricht.

Genau das gleiche trifft auch auf die Einstellanweisung zu "Druckstellerstrom soll um 10mA pendeln". Man kann solange an der CO-Schraube das Gemisch verstellen bis der Druckstellerstrom wirklich um 10mA pendelt, aber ob man dann wirklich den Motor passend hat weiß man nicht.

Von daher muß man sich darauf verlassen das bei dem Motor Werte wie Lambdasondenspannung, das Steuergerät intern, die Druckstellerjustierung korrekt gemessen/eingestellt sind, ansonsten kriegt man keinen 100%ig laufenden Motor.

So, jetzt eure Meinungen zu dem Thema.

Gruß Christian

Re: Die sinn(Leistungslose) Abgasregelung des 16V PL

Verfasst: Mo 19. Feb 2007, 16:24
von sciroccofreak willi
Hast Du dich schon mal näher mit der ganzen Thematik befaßt?

mfg
Willi

Re: Die sinn(Leistungslose) Abgasregelung des 16V PL

Verfasst: Mo 19. Feb 2007, 18:47
von Pigga
Moin.
Also "Fehlertoleranzen im Steuergerät" kannste außen vor lassen. Die Funktionsweise der Lambdasonde basiert auf einem elektroschemischen Prozess. Das Steuergerät wird folglich nie auf Lambda 1 "einregeln", sonder immer um lambda 1 (Sprungpunkt der Sonde) pendeln. Der Regelvorgang ist also ein ständiges anfetten und abmagern des Gemischs.
Aber ich verstehe Deinen Grundgedanken. In der Tat funktioniert eine K/KE Jetronic mehr so nach dem Prinzip Gießkanne. Und hier wirken sich insbesondere Verschleiß Verschmutzungen usw. im Laufe der Jahre negativ aus. Aber du darfst auch nicht vergessen, in Welcher Zeit die Anfänge dieser EInspritzanlage liegen! Also moderne (auch frei programmierbare) Steuergeräte wie z.b. die hier oft erwähnte Stinger (als Beispiel, gibt ja viele hersteller für so zeugs) sind ungleich mächtiger, da sie für jeden Lastpunkt ein beliebiges Lambdasignal einregeln können. Diese Anlagen regeln aber "adaptiv", d.h. die Anlage "merkt" sich den Korrekturwerk und passt so ständig ihr Kennfeld an. Grundvoraussetzung dafür sind wesentlich leistungsfähigere Prozessoren als "damals", sowie bezahlbare Breitbandsonden. Dein Markenkollege will ja nicht ohne Grund von KE Jetronic auf was frei programmierbares umsteigen....
Pigga

Re: Die sinn(Leistungslose) Abgasregelung des 16V PL

Verfasst: Mo 19. Feb 2007, 20:42
von christian_scirocco2
Hallo,

tja ich dachte ich hätte das damals richtig verstanden. Im anderen Forum haben wir auch shcon drüber diskutiert:

http://www.volkstreff.de/thread.php?threadid=54962

Jetzt ist mir klar warum man nicht in die Regelung eingreifen kann.

Gruß Christian

Re: Die sinn(Leistungslose) Abgasregelung des 16V PL

Verfasst: Di 20. Feb 2007, 12:38
von Superhobel
Hallo,

in dem einen sehr ausführlichen Beitrag wurde schon alles gesagt. Auch wenn Zweipunktregler eine gute Regelung bewirken und keineswegs verlaltet sind. Es kommt nur darauf an, wie schnell ihre Zeitkonstante ist, wie schnell sie also der Führungsgrösse folgen können. Bei sägenden JH schwingt sich diese Regelung auf, in der Regelungstheorie spricht man von einer Polstelle wo instabiles Regelverhalten auftritt.

Dein Bild ist so nicht richtig, es handelt sich um einen Regelkreis, der geschlossen ist, Du hast eine Steuerkette gezeichnet. Der Regelkreis schliesst sich über die Tatsache, dass jede Veränderung des Gemisches eine Spannungsänderung der Sonde bewirkt, die wiederum diese an die Elektronik zurückliefert.

Es ist extrem wichtig, dass der Wert, welcher mit der CO Schraube eingestellt wird (Offset) richtig ist, denn abmagern kann die Jetronic nicht, nur anfetten. Wenn ihr Arbeitspunkt bei 50% Duty Cycle (Ventil) liegt kann das Regeln nach beiden Seiten hin geschehen, sie hat genügend Spielraum. Je weiter sich die Optimaleinstellung verschiebt, umso wenig Spielraum hat das Ventil.

Im Übrigen arbeiten auch moderne Anlagen nach diesem Prinzip, nur regulieren sie direkt die Einspritzmenge über die einzelnen Einspritzdüsen, nicht den umständlichen Weg über den Mengenteiler. Die ganze Sache war ja mechanisch, weil es erprobte Technik war. Der KR hat intern sogar ein Kennfeld gespeichert, jedoch nur für die Zündung.

Bei meinem Nachrüstkat kann ich allerdings direkt eingreifen, auch wenn der eine analoge Elektronik hat (mit Hilfe von vielen Operationsverstärkern). Lamda lässt sich von 0.8....1,1 einstellen. Auch die Zeitkonstante kann man verändern, ebenso die Drehzahl und Temperatur wann er anfängt zu regeln. Unterhalb 1200 ist Regelung auf 50%, überhalb 5000 schaltet er ab.

Ohne Kat frisst der Wagen rund einen Liter mehr bei gleicher Leistung.



Beitrag bearbeitet (20.02.07 12:46)