Karmann - Wär´s mit Scirocco nicht passiert?
Verfasst: Do 27. Jan 2005, 23:19
zugegeben, die Überschrift ist einigermassen makaber, aber Karmann als Konstrukteur und Bauer unserer Sciroccos hatte früher schon bessere Zeiten erlebt. Um so klüger erweist sich im Nachhinein, dass wir beim 5. Forumgeburtstag diese Automobilschmiede besuchen durften und viele das auch genutzt haben.
Die aktuelle Situation liest sich im Wirtschaftsteil der Neuen Osnabrücker Zeitung leider heute so:
"Festlaune bei Karmann wird im Jubiläumsjahr getrübt - Beitrag von Norbert Meyer
Die eine Seite will ein "Ausbluten" verhindern, die andere das Geschäftsmodell "atmende Fabrik" retten. Betriebsrat und Geschäftsführung des Osnabrücker Cabriolet-Spezialisten Karmann stehen vor schwierigen und vermutlich langen Verhandlungen. Denn zumindest darin sind sich die Kontrahenten einig: Die Beschäftigung muss schon in diesem Jahr, in dem der 50. Geburtstag des legendären Karmann Ghia gefeiert wird, der deutlich sinkenden Nachfrage angepasst werden.
Firmensprecher Christian Eick widerspricht denn auch nicht der Darstellung des Betriebsrates in einer am Mittwoch veröffentlichten vierseitigen Information an die Belegschaft, wonach über eine Arbeitsmenge verhandelt wird, die der Leistung von etwa 640 Beschäftigten im Fahrzeugbau entspricht.
Eine Verringerung der Beschäftigung in diesem Ausmaß noch im laufenden Jahr sei Ziel der Unternehmensleitung, sagte Eick. Dies sei aber nicht gleichzusetzen mit dem Abbau von "über 600 Stammarbeitsplätzen", wie es der Betriebsrat darstelle. Die Geschäftsführung von Karmann sei bereit, mit der Arbeitnehmervertretung zum Beispiel über Modelle zur Flexibilisierung der Arbeitszeit oder zur Altersteilzeit zu sprechen. Entlassungen seien gleichwohl nicht auszuschließen, sagte der Firmensprecher. An erster Stelle stünden jedoch sozialverträgliche Lösungen.
Die "atmende Fabrik" ist nach Eicks Darstellung eines der Erfolgsrezepte des Osnabrücker Herstellers von Nischenfahrzeugen. Schon seit mehr als 30 Jahren schwanke die Beschäftigtenzahl am Stammsitz des Unternehmens zwischen rund 5000 und 7000. "Natürlich würden wir auf Dauer gerne bei 7000 bleiben, aber gerade weil wir so flexibel sind, kommen die Kunden zu uns", betonte der Karmann-Sprecher.
Unter Hinweis auf die bereits zum Jahresende 2004 bekannt gegebene Entlassung von rund 120 Mitarbeitern des Betriebsmittelbaus, das Ausscheiden von mehr als 1000 befristet Beschäftigten und die neuen Pläne zur Verringerung der Beschäftigung kritisiert der Betriebsrat indes eine "verschleiernde Informationspolitik" des Unternehmens und spricht von einem geplanten "Abbau von ca. 2000 Mitarbeitern zwischen Sommer 2004 und Sommer 2006 in der Osnabrücker Region".
Um dies zu verhindern, sei der Geschäftsführung eine Verkürzung der Arbeitszeit von 35 auf 29 Wochenstunden bei entsprechender Kürzung des Lohns vorgeschlagen worden, erklärte der Betriebsrat. Dies bedeute rund 18 Prozent Beschäftigungssicherung und somit eine Vermeidung der Streichung von fast 300 Arbeitsplätzen.
Diesen "einfachen Dreisatz" lässt Eick nicht gelten, stellt aber zugleich klar, dass die Geschäftsführung - anders als vom Betriebsrat dargestellt - auch über ein solches Modell diskutieren will. Dies gelte auch für die Forderung der Arbeitnehmervertretung, in gewissem Umfang Beschäftigung von Osnabrück nach Rheine zu verlagern, wo das Audi-Cabriolet nach seiner Überarbeitung 2006 wieder in höheren Stückzahlen als in diesem Jahr gefertigt werden soll.
Was die Karmann-Führung noch bis vor kurzem als besondere Leistung feierte - die Umstellung der kompletten Modellpalette binnen 15 Monaten zwischen November 2001 und Februar 2003 - erweist sich nun als Problem. Denn die noch im vergangenen Jahr stark nachgefragten Modelle Audi A4 Cabrio, Mercedes CLK Cabrio und Chrysler Crossfire haben alle fast gleichzeitig ihren Produktionsgipfel überschritten.
Anschlussaufträge für Komplettfahrzeuge sind derzeit nicht! in Sicht - und dass der frühere Hauptauftraggeber VW beim Besuch von Konzernchef Bernd Pischetsrieder im Juni zum Karmann-Ghia-Jubiläum in Osnabrück ein solches Geschenk mitbringt, ist angesichts der Beschäftigungsprobleme der Wolfsburger im eigenen Werk wenig wahrscheinlich."
Die aktuelle Situation liest sich im Wirtschaftsteil der Neuen Osnabrücker Zeitung leider heute so:
"Festlaune bei Karmann wird im Jubiläumsjahr getrübt - Beitrag von Norbert Meyer
Die eine Seite will ein "Ausbluten" verhindern, die andere das Geschäftsmodell "atmende Fabrik" retten. Betriebsrat und Geschäftsführung des Osnabrücker Cabriolet-Spezialisten Karmann stehen vor schwierigen und vermutlich langen Verhandlungen. Denn zumindest darin sind sich die Kontrahenten einig: Die Beschäftigung muss schon in diesem Jahr, in dem der 50. Geburtstag des legendären Karmann Ghia gefeiert wird, der deutlich sinkenden Nachfrage angepasst werden.
Firmensprecher Christian Eick widerspricht denn auch nicht der Darstellung des Betriebsrates in einer am Mittwoch veröffentlichten vierseitigen Information an die Belegschaft, wonach über eine Arbeitsmenge verhandelt wird, die der Leistung von etwa 640 Beschäftigten im Fahrzeugbau entspricht.
Eine Verringerung der Beschäftigung in diesem Ausmaß noch im laufenden Jahr sei Ziel der Unternehmensleitung, sagte Eick. Dies sei aber nicht gleichzusetzen mit dem Abbau von "über 600 Stammarbeitsplätzen", wie es der Betriebsrat darstelle. Die Geschäftsführung von Karmann sei bereit, mit der Arbeitnehmervertretung zum Beispiel über Modelle zur Flexibilisierung der Arbeitszeit oder zur Altersteilzeit zu sprechen. Entlassungen seien gleichwohl nicht auszuschließen, sagte der Firmensprecher. An erster Stelle stünden jedoch sozialverträgliche Lösungen.
Die "atmende Fabrik" ist nach Eicks Darstellung eines der Erfolgsrezepte des Osnabrücker Herstellers von Nischenfahrzeugen. Schon seit mehr als 30 Jahren schwanke die Beschäftigtenzahl am Stammsitz des Unternehmens zwischen rund 5000 und 7000. "Natürlich würden wir auf Dauer gerne bei 7000 bleiben, aber gerade weil wir so flexibel sind, kommen die Kunden zu uns", betonte der Karmann-Sprecher.
Unter Hinweis auf die bereits zum Jahresende 2004 bekannt gegebene Entlassung von rund 120 Mitarbeitern des Betriebsmittelbaus, das Ausscheiden von mehr als 1000 befristet Beschäftigten und die neuen Pläne zur Verringerung der Beschäftigung kritisiert der Betriebsrat indes eine "verschleiernde Informationspolitik" des Unternehmens und spricht von einem geplanten "Abbau von ca. 2000 Mitarbeitern zwischen Sommer 2004 und Sommer 2006 in der Osnabrücker Region".
Um dies zu verhindern, sei der Geschäftsführung eine Verkürzung der Arbeitszeit von 35 auf 29 Wochenstunden bei entsprechender Kürzung des Lohns vorgeschlagen worden, erklärte der Betriebsrat. Dies bedeute rund 18 Prozent Beschäftigungssicherung und somit eine Vermeidung der Streichung von fast 300 Arbeitsplätzen.
Diesen "einfachen Dreisatz" lässt Eick nicht gelten, stellt aber zugleich klar, dass die Geschäftsführung - anders als vom Betriebsrat dargestellt - auch über ein solches Modell diskutieren will. Dies gelte auch für die Forderung der Arbeitnehmervertretung, in gewissem Umfang Beschäftigung von Osnabrück nach Rheine zu verlagern, wo das Audi-Cabriolet nach seiner Überarbeitung 2006 wieder in höheren Stückzahlen als in diesem Jahr gefertigt werden soll.
Was die Karmann-Führung noch bis vor kurzem als besondere Leistung feierte - die Umstellung der kompletten Modellpalette binnen 15 Monaten zwischen November 2001 und Februar 2003 - erweist sich nun als Problem. Denn die noch im vergangenen Jahr stark nachgefragten Modelle Audi A4 Cabrio, Mercedes CLK Cabrio und Chrysler Crossfire haben alle fast gleichzeitig ihren Produktionsgipfel überschritten.
Anschlussaufträge für Komplettfahrzeuge sind derzeit nicht! in Sicht - und dass der frühere Hauptauftraggeber VW beim Besuch von Konzernchef Bernd Pischetsrieder im Juni zum Karmann-Ghia-Jubiläum in Osnabrück ein solches Geschenk mitbringt, ist angesichts der Beschäftigungsprobleme der Wolfsburger im eigenen Werk wenig wahrscheinlich."