Meine persönliche TÜV-Story oder Wunder gibt es immer wieder
Verfasst: So 5. Dez 2004, 21:42
Hallo.
Ende Oktober wollte ich mein Schätzchen zum TÜV bringen. Diverse Reparaturen hatte ich im Vorfeld erledigt (Motordichtungen neu, neues Fahrwerk, neue Domlager). Gegen Ende Oktober hat mich dann eine Grippe flachgelegt, so das ich es erst am 11. November geschafft hatte. Ich gab einem befreundeten VW-Mechaniker den Wagen mit, um möglichst ohne Probleme durchzukommen. Denn in diesem VW-Betrieb prüft die DEKRA, eigendlich des Autofahrers bester Freund. Das Ende vom Lied: der Prüfer war zwar kulant und übersah das zu tiefe Nummernschild vorne (18cm) und die Seitenmarkierungsleuchten (die ich - warum auch immer - mit dem Baujahr angeblich gar nicht fahren darf) und hätte die Plakette geklebt, wenn nicht die AU dank kaputter Lambdasonde in die Hose gegangen wäre. Da es ja nun schon November war, war zu dem Zeitpunkt die AU auch schon abgelaufen und ohne gültige AU keine gültige HU. Nachdem der Prüfer dann weg war, hat mein Kollege netterweise unter Zuhilfenahme eines Golf 4 meine AU...naja...hingemogelt. So war das kleinere Übel schonmal erledigt. Eine Woche später gab ich ihm den Wagen dann nochmal mit, um endlich den TÜV-Segen einzufahren. Da der Wagen ja schon an sich geprüft war, hatte ich nicht mit Problemen gerechnet. Mächtig grosser Fehler! Der nun anwesende Prüfer entpuppte sich als Quotensau (einer muss ja die Durchfallquote im Auge haben) und hat Sachen bemängelt, die gibts garnicht. Ich zähle mal auf:
-Sitz links Arretierung defekt (wurde sofort eingefettet, juckte den Prüfer nicht)
-Sitze hinten fehlen
-Teile der Hifi-Anlage nicht gesichert (okay, das geb ich zu)
-Kennzeichenleuchte rechts ohne Funktion (wurde sofort ersetzt, juckte den Prüfer nicht)
-Wischerblatt hinten verschlissen (HALLO??? Wurde auch sofort ersetzt, juckte den Prüfer aber nicht)
-Schalldämpfer hinten Nachweis der Zulässigkeit fehlt. Zulässig für Golf (Wer zu doof ist, eine einwandfreie ABE zu lesen oder aber zu erkennen, das der Auspuff sogar ne EG-Freigabe hat und gar keine Papiere bräuchte, der hat den Beruf verfehlt. Aber auf dem Auspuffschild stand halt nur Golf...NARF)
-Fahrwerkshöhe stimmt nicht mit Angaben im Fahrzeugschein überein (Das Fahrwerk wurde auf Sommerreifen eingetragen. Da auf Winterreifen 1-2cm fehlten hat er es bemängelt. Obwohl er extra vermerkt hat, das der Wagen auf Winterreifen vorgeführt wurde. Reine Schikane)
-Amtliches Kennzeichen vorne Höhe unzulässig (wurde sofort geändert, juckte den Prüfer nicht)
-Motor und Getriebe verölt (alle Dichtungen waren nagelneu. Aber wer 10 Minuten nach Ölschweiss sucht, wird auch welchen finden. Immer)
Als mein Kollege mir abends den Wagen und den Mängelbescheid brachte, war ich einem mittelschweren Tobsuchtsanfall nahe. Den Prüfer hätte ich erwürgt, wenn ich dabeigewesen wäre. Aber so hatte ich nun diese Mängelliste am Hals. Der Motor wurde dann nochmal einer intensiven Motorwäsche unterzogen. Dann das nächste Problem: Ich brauchte EIntragungen. Der Wagen musste ja nun als 2-Sitzer eingetragen werden und beim neuen Fahrwerk stimmten hinten die Federnummern nicht, obwohl es das selbe war, was ich vorher schonmal verbaut hatte. Also ab zum TÜV (zum RICHTIGEN TÜV, also die fiesen Jungs). Bei dem Verein hatte ich bisher immer Theater. Ich musste immer an die hochnäsigen Ingenieure denken, die dort herumliefen und sofort mies drauf waren, sobald man mal eine Frage hatte. Aber es half ja nix. Nur dort konnte ich die Anzahl der SItze ändern lassen. Also rein, angemeldet, dem Prüfer mein Fahrwerksgutachten gegeben und...fast in Ohnmacht gefallen:"Dieses Gutachten ist für den Golf1 Cabrio, Typ 155. Da steht nichts vom Scirocco drin."
Schock! Das kann doch nicht sein? Selber nachgesehen. Tatsächlich! Verd...
Gedanklich sah ich schon alle Felle davonschwimmen. Dann der Beginn des Wunders: der Prüfer setzte sich an den Rechner und suchte im TÜV-Archiv nach dem Gutachten für den Rocco. Fehlanzeige. Danach suchte er im Internet nach dem Hersteller der Federn. Er rief tatsächlich dort an (in Holland !!!), erkundigte sich bezüglich der Zulässigkeit der Federn für meinen Wagen und lies sich dann die richtigen Gutachten zufaxen. Wahnsinn! Mein Adrenalinpegel senkte sich allmählich. Denn schliesslich hatte ich nur noch 1 Woche, bis der Wagen wieder bei der Dekra hätte vorgeführt werden müssen. Nachdem nun klar war, das der Prüfung nichts im Wege steht, wieder ab an die Kasse zur Vollendung der Anmeldung. Die nette Dame an der Kasse wies mich auf meine abgelaufene HU hin. ALs ich ihr sagte, das ich ja deshalb die Eintragungen brauche, sagt sie mir, das die HU-Nachprüfung dann auch gleich hier mitgemacht werden könne. Wusste ich garnicht. Aber gut. Da der Prüfer echt okay war und alle Mängel auf der Liste bis auf die Sitzarretierung ja erledigt waren (bzw sich mit der EIntragung erledigen würden), gab ich mein Okay. Bezahlt habe ich dann erstmal nur die EIntragung, da der Prüfer die HU-relevanten Mängel erst sich ansehen wollte. Als weiter. Wagen in die Halle und dem Prüfer übergeben. Dieser hat getestet, gemessen, gemacht und getan. Fazit: beide Eintragungen anstandslos erhalten und dazu TÜV ohne Mängel
. Dann an der Kasse händigte mir der Prüfer die Papiere aus und wünschte mir einen guten Tag. Hm, sollte die HU-Nachuntersuchung nicht nochmal 10,- Euro extra kosten? Die hatte ich ja noch nicht bezahlt. Da wollte ich wenigstens so fair sein und darauf hinweisen. Der Prüfer winkte tatsächlich ab. Unglaublich! So landete dann der eigendlich fällige Zehner dann in der Kaffeekasse des TÜVs. Und ich kann endlich wieder glücklich und zufrieden ohne Angst meinen Rocco 2 weitere Jahre pilotieren. Und beim nächsten TÜV ist er schon 20...
Beitrag bearbeitet (05.12.04 21:44)
Ende Oktober wollte ich mein Schätzchen zum TÜV bringen. Diverse Reparaturen hatte ich im Vorfeld erledigt (Motordichtungen neu, neues Fahrwerk, neue Domlager). Gegen Ende Oktober hat mich dann eine Grippe flachgelegt, so das ich es erst am 11. November geschafft hatte. Ich gab einem befreundeten VW-Mechaniker den Wagen mit, um möglichst ohne Probleme durchzukommen. Denn in diesem VW-Betrieb prüft die DEKRA, eigendlich des Autofahrers bester Freund. Das Ende vom Lied: der Prüfer war zwar kulant und übersah das zu tiefe Nummernschild vorne (18cm) und die Seitenmarkierungsleuchten (die ich - warum auch immer - mit dem Baujahr angeblich gar nicht fahren darf) und hätte die Plakette geklebt, wenn nicht die AU dank kaputter Lambdasonde in die Hose gegangen wäre. Da es ja nun schon November war, war zu dem Zeitpunkt die AU auch schon abgelaufen und ohne gültige AU keine gültige HU. Nachdem der Prüfer dann weg war, hat mein Kollege netterweise unter Zuhilfenahme eines Golf 4 meine AU...naja...hingemogelt. So war das kleinere Übel schonmal erledigt. Eine Woche später gab ich ihm den Wagen dann nochmal mit, um endlich den TÜV-Segen einzufahren. Da der Wagen ja schon an sich geprüft war, hatte ich nicht mit Problemen gerechnet. Mächtig grosser Fehler! Der nun anwesende Prüfer entpuppte sich als Quotensau (einer muss ja die Durchfallquote im Auge haben) und hat Sachen bemängelt, die gibts garnicht. Ich zähle mal auf:
-Sitz links Arretierung defekt (wurde sofort eingefettet, juckte den Prüfer nicht)
-Sitze hinten fehlen
-Teile der Hifi-Anlage nicht gesichert (okay, das geb ich zu)
-Kennzeichenleuchte rechts ohne Funktion (wurde sofort ersetzt, juckte den Prüfer nicht)
-Wischerblatt hinten verschlissen (HALLO??? Wurde auch sofort ersetzt, juckte den Prüfer aber nicht)
-Schalldämpfer hinten Nachweis der Zulässigkeit fehlt. Zulässig für Golf (Wer zu doof ist, eine einwandfreie ABE zu lesen oder aber zu erkennen, das der Auspuff sogar ne EG-Freigabe hat und gar keine Papiere bräuchte, der hat den Beruf verfehlt. Aber auf dem Auspuffschild stand halt nur Golf...NARF)
-Fahrwerkshöhe stimmt nicht mit Angaben im Fahrzeugschein überein (Das Fahrwerk wurde auf Sommerreifen eingetragen. Da auf Winterreifen 1-2cm fehlten hat er es bemängelt. Obwohl er extra vermerkt hat, das der Wagen auf Winterreifen vorgeführt wurde. Reine Schikane)
-Amtliches Kennzeichen vorne Höhe unzulässig (wurde sofort geändert, juckte den Prüfer nicht)
-Motor und Getriebe verölt (alle Dichtungen waren nagelneu. Aber wer 10 Minuten nach Ölschweiss sucht, wird auch welchen finden. Immer)
Als mein Kollege mir abends den Wagen und den Mängelbescheid brachte, war ich einem mittelschweren Tobsuchtsanfall nahe. Den Prüfer hätte ich erwürgt, wenn ich dabeigewesen wäre. Aber so hatte ich nun diese Mängelliste am Hals. Der Motor wurde dann nochmal einer intensiven Motorwäsche unterzogen. Dann das nächste Problem: Ich brauchte EIntragungen. Der Wagen musste ja nun als 2-Sitzer eingetragen werden und beim neuen Fahrwerk stimmten hinten die Federnummern nicht, obwohl es das selbe war, was ich vorher schonmal verbaut hatte. Also ab zum TÜV (zum RICHTIGEN TÜV, also die fiesen Jungs). Bei dem Verein hatte ich bisher immer Theater. Ich musste immer an die hochnäsigen Ingenieure denken, die dort herumliefen und sofort mies drauf waren, sobald man mal eine Frage hatte. Aber es half ja nix. Nur dort konnte ich die Anzahl der SItze ändern lassen. Also rein, angemeldet, dem Prüfer mein Fahrwerksgutachten gegeben und...fast in Ohnmacht gefallen:"Dieses Gutachten ist für den Golf1 Cabrio, Typ 155. Da steht nichts vom Scirocco drin."
Schock! Das kann doch nicht sein? Selber nachgesehen. Tatsächlich! Verd...
Gedanklich sah ich schon alle Felle davonschwimmen. Dann der Beginn des Wunders: der Prüfer setzte sich an den Rechner und suchte im TÜV-Archiv nach dem Gutachten für den Rocco. Fehlanzeige. Danach suchte er im Internet nach dem Hersteller der Federn. Er rief tatsächlich dort an (in Holland !!!), erkundigte sich bezüglich der Zulässigkeit der Federn für meinen Wagen und lies sich dann die richtigen Gutachten zufaxen. Wahnsinn! Mein Adrenalinpegel senkte sich allmählich. Denn schliesslich hatte ich nur noch 1 Woche, bis der Wagen wieder bei der Dekra hätte vorgeführt werden müssen. Nachdem nun klar war, das der Prüfung nichts im Wege steht, wieder ab an die Kasse zur Vollendung der Anmeldung. Die nette Dame an der Kasse wies mich auf meine abgelaufene HU hin. ALs ich ihr sagte, das ich ja deshalb die Eintragungen brauche, sagt sie mir, das die HU-Nachprüfung dann auch gleich hier mitgemacht werden könne. Wusste ich garnicht. Aber gut. Da der Prüfer echt okay war und alle Mängel auf der Liste bis auf die Sitzarretierung ja erledigt waren (bzw sich mit der EIntragung erledigen würden), gab ich mein Okay. Bezahlt habe ich dann erstmal nur die EIntragung, da der Prüfer die HU-relevanten Mängel erst sich ansehen wollte. Als weiter. Wagen in die Halle und dem Prüfer übergeben. Dieser hat getestet, gemessen, gemacht und getan. Fazit: beide Eintragungen anstandslos erhalten und dazu TÜV ohne Mängel
Beitrag bearbeitet (05.12.04 21:44)