Der Scala ist wieder fit, wenn es mich auch viele Nerven gekostet hat!
Verfasst: Mo 27. Sep 2004, 22:00
Mancher wird es mitbekommen haben, daß der JH im Scala die Grätsche gemacht hat.
Die gute Meldung zuerst, der Scala läuft wieder!
Der Weg dahin war aber beschwerlicher als erwartet.
Den leichten Weg des einfachen Motortauschs wollte ich ja nicht gehen.
Ich wollte ja unbedingt Golf II RP-Motorkomponenten in meinen JH-Block setzen zwecks Verdichtungserhöhung.
Habe somit vorletztes Wochenende meinen Motor ausgebaut und zerlegt, auch der Golf RP-Rumpf wurde demontiert. Die brauchbaren Teile zuerst einmal zusammengetragen.

Aus den Teilen wurde wieder ein Motor zusammengesetzt. Die meisten Teile stammen von meinem JH, nur Kurbelwelle, Pleuel und Kolben kommen vom Golf RP.
Der Motor war am Sonntagabend wieder zusammengebaut, mit dem Getriebe verblockt und wurde anschließend gleich wieder in die Karosse eingebaut.
Montag und Dienstag abend letzter Woche wurden alles wieder eingebaut und angeschlossen.
Am Mittwoch dann freudig der erste Test und die große Ernüchertung:
Nur ein paar Huster, dann war es vorbei. Ewig rumprobiert, Steuerzeiten, Zündnung, Spritzufuhr, Benzinpumpen, Kompression alles wurde angeschaut.
Nach längerem Probieren lief der Motor zuerst ganz holprig um schließlich im Leerlauf so leidlich zu gehen, jedoch wiederwillig das Gas anzunehmen. Auf einmal die große Wendung, der Motor dreht endlich gescheit rauf, hat jedoch einen bescheidenen Leerlauf. Nach dem Anstecken des Taktventil (versessen anzuschließen) war alles in Butter. Eine erste Testfahrt konnte unternommen werden.
Am Donnerstag wollte ich mit dem Auto in die Arbeit fahren, jetzt sprang er aber wieder nicht mehr an. Also Donnerstag wieder Fehersuche, Zündung, Einspritzung, etc. Es zeiget sich, daß bei den Startversuchen nichts eingespritzt wird, Benzindruck war aber da. Offenbar Stauscheibe verklemmt oder so was. Also als letzte Hoffnung die komplette Einpritzeinheit getauscht. Wieder ohne Erfolg. Immer noch gleiches Fehlerbild. Irgendwie bringt der Motor nicht genügend Unterdruck auf um die Stauscheiben anzuheben, obwohl er auf allen 4 Zylindern 12 bar Kompression hat.
Nun war ich eigentlich mit meinem Latein am Ende, ein erneuter Motortausch, diesmal gegen einen lauffähigen JH, wurde schon angedacht.
Freitag und Samstag hatte ich keine Zeit zum Schrauben dafür viel Zeit zum Nachdenken.
Dabei ist mir in den Sinn gekommen, daß in der Phase des Rumholperns des Motors der Öldruck auf über 10 Bar angesteigen war. Als der Motor aber nach längerem Kampf endlich normal gelaufen ist, hatte er normalen Öldruck.
Ich habe nun am Sonntag die Ölpumpe getauscht (Asche über mein Haupt, ich habe die alte Pumpe des JHs wieder eingebaut, trotz vorhergendenen Lagerschadens) und siehe da, der Motor ist sofort angesprungen und ganz normal gelaufen. War heute sogar wieder in der Arbeit mit dem Auto.
Offenbar hat es bei der Ölpumpe die Überdruckregelung außer Kraft gesetzt und dadurch ist im Betrieb der Öldruck so hoch angestiegen, daß es die Ventile mittels der Hydrostössel aufgedrückt hat. Dadurch kein Ansaugunterdruck und somit kein Sprit in die Zylinder. Auf so was muß man erst mal kommen. Ohne das eingebaute Öldruckinstrument wäre ich da sicher auch nicht drauf gekommen.
Werde jetzt mit dem Scala zuerst mal etwas handsam rumfahren und dann mal schaun wie gut er jetzt geht.
mfg
Willi
Beitrag bearbeitet (27.09.04 23:42)
Die gute Meldung zuerst, der Scala läuft wieder!
Der Weg dahin war aber beschwerlicher als erwartet.
Den leichten Weg des einfachen Motortauschs wollte ich ja nicht gehen.
Ich wollte ja unbedingt Golf II RP-Motorkomponenten in meinen JH-Block setzen zwecks Verdichtungserhöhung.
Habe somit vorletztes Wochenende meinen Motor ausgebaut und zerlegt, auch der Golf RP-Rumpf wurde demontiert. Die brauchbaren Teile zuerst einmal zusammengetragen.

Aus den Teilen wurde wieder ein Motor zusammengesetzt. Die meisten Teile stammen von meinem JH, nur Kurbelwelle, Pleuel und Kolben kommen vom Golf RP.
Der Motor war am Sonntagabend wieder zusammengebaut, mit dem Getriebe verblockt und wurde anschließend gleich wieder in die Karosse eingebaut.
Montag und Dienstag abend letzter Woche wurden alles wieder eingebaut und angeschlossen.
Am Mittwoch dann freudig der erste Test und die große Ernüchertung:
Nur ein paar Huster, dann war es vorbei. Ewig rumprobiert, Steuerzeiten, Zündnung, Spritzufuhr, Benzinpumpen, Kompression alles wurde angeschaut.
Nach längerem Probieren lief der Motor zuerst ganz holprig um schließlich im Leerlauf so leidlich zu gehen, jedoch wiederwillig das Gas anzunehmen. Auf einmal die große Wendung, der Motor dreht endlich gescheit rauf, hat jedoch einen bescheidenen Leerlauf. Nach dem Anstecken des Taktventil (versessen anzuschließen) war alles in Butter. Eine erste Testfahrt konnte unternommen werden.
Am Donnerstag wollte ich mit dem Auto in die Arbeit fahren, jetzt sprang er aber wieder nicht mehr an. Also Donnerstag wieder Fehersuche, Zündung, Einspritzung, etc. Es zeiget sich, daß bei den Startversuchen nichts eingespritzt wird, Benzindruck war aber da. Offenbar Stauscheibe verklemmt oder so was. Also als letzte Hoffnung die komplette Einpritzeinheit getauscht. Wieder ohne Erfolg. Immer noch gleiches Fehlerbild. Irgendwie bringt der Motor nicht genügend Unterdruck auf um die Stauscheiben anzuheben, obwohl er auf allen 4 Zylindern 12 bar Kompression hat.
Nun war ich eigentlich mit meinem Latein am Ende, ein erneuter Motortausch, diesmal gegen einen lauffähigen JH, wurde schon angedacht.
Freitag und Samstag hatte ich keine Zeit zum Schrauben dafür viel Zeit zum Nachdenken.
Dabei ist mir in den Sinn gekommen, daß in der Phase des Rumholperns des Motors der Öldruck auf über 10 Bar angesteigen war. Als der Motor aber nach längerem Kampf endlich normal gelaufen ist, hatte er normalen Öldruck.
Ich habe nun am Sonntag die Ölpumpe getauscht (Asche über mein Haupt, ich habe die alte Pumpe des JHs wieder eingebaut, trotz vorhergendenen Lagerschadens) und siehe da, der Motor ist sofort angesprungen und ganz normal gelaufen. War heute sogar wieder in der Arbeit mit dem Auto.
Offenbar hat es bei der Ölpumpe die Überdruckregelung außer Kraft gesetzt und dadurch ist im Betrieb der Öldruck so hoch angestiegen, daß es die Ventile mittels der Hydrostössel aufgedrückt hat. Dadurch kein Ansaugunterdruck und somit kein Sprit in die Zylinder. Auf so was muß man erst mal kommen. Ohne das eingebaute Öldruckinstrument wäre ich da sicher auch nicht drauf gekommen.
Werde jetzt mit dem Scala zuerst mal etwas handsam rumfahren und dann mal schaun wie gut er jetzt geht.
mfg
Willi
Beitrag bearbeitet (27.09.04 23:42)