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Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Mo 26. Mai 2003, 20:27
von Stephan
Ob Hydros oder Tassenstößel ist nicht eine Frage der Gradzahl der Nockenwelle, sondern der Anlauframpe des Nockenprofils. Hydrostößel sind aber generell schwerer als Tassenstößel, weshalb es sich bei hohen Drehzahlen (Flattergrenze der Ventile mit Serienfedern und Hydros bei ca. 7500 u/min) lohnt 35mm Tassenstößel z.B. von Alfa oder Schrick zu verwenden. Am besten einfach mal bei Schrick nachschauen und die entsprechenden Datenblätter herunterladen.
MfG,
Stephan L.

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Mo 26. Mai 2003, 22:11
von Stephan
Das kommt auf die Auslegung der Nockenwelle an, die Du verbaust. Drehmomentnockenwellen (bis ca 268....272° (Schrickwerte)) heben das Drehmoment und damit den Durchzug aus unteren Drehzahlen an. Die Nenndrehzahl und somit die Maximalleistung wird nicht wesentlich erhöht. Bei Leistungsnockenwellen (ab 276° auch Schrickwerte) wird der Leerlauf zunehmend unsauberer und das Drehmoment in niedrigen Drehzahlbereichen läßt stark nach, dafür kommt dann oben raus Leistung über die Erhöhung der Nenndrehzahl. Problematisch dabei ist die Anpassung der Einspritzanlage und der Zündverstellung (weshalb ich mir eine freiprogrammierbare Anlage einbaue). Mit der K-Jetronik (und ihren viel zu kleinen Einspritzventilen) ist es bei mir schon problematisch gewesen 260° Nockenwellen beim 16V einigermaßen sinnig eingestellt zu bekommen. Ganz zu schweigen von den 276er die demnächst ................ naja egal. Außerdem mußt du bei Erhöhung der Nenndrehzahl den Zylinderkopf bearbeiten, sonst bringts alles nicht viel. empfehlen kann ich dir dazu das Buch:

Karl-Heinz Müller "Tuning Tipps Teil1: Grundlagen für das Tuning von freiansaugenden 4-Takt-Motoren"

ISBN 3-00-008244-1

Dieses Buch ist wirklich aufschlußreich, gut geschrieben und enthält am Ende eine komplette Berechnung für den Umbau eines VW 8 Ventil Motors wie z.B. dem DX(was fürn Zufall). Vielleicht solltest Du Dir dieses Buch mal kaufen (großer Geheimtip).

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: So 1. Jun 2003, 18:04
von Stephan
Hi,
mit Kopf bearbeiten meine ich das Weiten und Polieren der Kanäle. Weiterhin das anpassen aller Übergänge. Eventuell der Einbau größerer Ventile (beim 8V maximal 42/ 36mm E/A möglich ,glaube ich). Wie stark die Kanäle geweitet werden sollen hängt wesentlich von der angestrebten Maximalleistung/Drehzahl und den Nockenwellen (und ihren Steuerzeiten) ab. Wenn Du nur auf mehr Drehmoment kommen willst, reicht ein einfaches Glätten und Polieren der Kanäle in der Regel aus (z.B. mit Dremel). Wichtig ist hier die Gleichmäßigkeit in allen Kanälen. Am besten wäre wirklich Du würdest Dir obiges Buch kaufen, da steht alles drinn. Verdichtung erhöhen ist immer gut, nur brauchst Du dann ein verstellbares Nockenwellenrad, wenn Du Block oder Kopf abfräst.
Das nächste sind dann die Sitzflächen der Ventile: Sitzringauflage(wo der Ventilteller aufsitzt) bis ganz nach außen fräsen (45°) und den Innendurchmesser mit 75° Fräser bis auf Einlaß (minimal) 1-1,5mm Auslaß (minimal) 1,5-2mm Ventilsitzbreite aufweiten. Dann Ventile strömungsgünstig bearbeiten und an Ventilsitzringbreite anpassen. anschließend Ventile einschleifen. Die Übergänge vom Ventilsitz in den Kopf glätten und runden. Eventuell rings um die Ventilsitze bessere Strömungsverhältnisse schaffen usw...., wie gesagt, steht alles in dem Buch.

MfG,
Stephan L.

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Do 10. Feb 2005, 15:14
von Philipp
(@ Stephan: ich weiss, hole wieder mal eine Leiche von einem Beitrag aus dem Keller :-) ) )

Thema Ventile einschleifen:

Welches Werkzeug ist nötig?
Wo kriegt man die richtige Schleifpaste?
Gedanke: Wird beim Ventileeinschleifen nicht gehärtete Schicht zerstört, oder ist genug tief gehärtet an Ventile und Sitze?

vielmals :danke: für eure Ratschläge

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Fr 11. Feb 2005, 19:23
von Philipp
:noidea:

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Sa 12. Feb 2005, 10:29
von Stephan
http://www.oko-werkzeuge.de/start-frame.htm


Da gibts das nötige Werkzeug zu fairen Preisen. Kaufe da auch immer. Die liefern auch recht fix.

Die gehärtete Schicht ist nur eine Randschicht. Die geht auch nicht weit rein. Allerdings sind nur die Auslassventile damit versehen, soweit ich weis. Die Einlassventile werden ja ständig von frischem Gas umspielt und dadurch genügend gekühlt. Die Ventilsitzringe sind nicht gehärtet. Durch das Einsschleifen an sich zerstörst Du da nix.



Beitrag bearbeitet (12.02.05 11:54)

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Sa 12. Feb 2005, 10:59
von Philipp
wieder mal :danke2: grossartig zu wissen!

Dann kann ich gleich noch Ventile einschleifen, wenn der 16V-Kopf schon runter ist ...



Beitrag bearbeitet (12.02.05 11:00)

Re: und nochmal Nockenwellen-Tuning

Verfasst: Sa 19. Feb 2005, 10:02
von Philipp
an alle Abgasspezialisten ;-)

ich habe die 272° Nockenwellen im 16V drin und wollte gestern die Abgasuntersuchung machen lassen.
Ich war einfach schockiert einen Moment lang: der HC-Wert betrug 1206 im Leerlauf, aber max 500 erlaubt bei uns in CH.
Ich wusste, dass sich die Werte verschlechtern wegen der Ventilüberschneidung, aber gerade so viel ...? :gruebel:
Das heisst jetzt ganz einfach die Seriennockenwellen schnellstens wieder rein ...