Ach Du bist Elektriker?? Ja dann...
Also ich versuchs mal: Diese Anlagen verfügen soweit ich weiß ALLE über eine Lambdaregelung.
Lambdasonde ist nicht gleich Lambdasonde.
"Normale" G-Kat Anlagen wie z.B. die Digifant nutzen eine so genannte "Sprungsonde". Diese Lambdasonde heißt so, weil ihre Spannungskennlinie einen sprunghaften Verlauf hat:

Die waagerechte Achse ist "Lambda", gleichzusetzen mit dem Luft/Kraftstoffgemisch, das der Motor gerade verbrennt. Lambda 1,2 wäre "sehr mager", Lambda 0,75 "fett" vom Gemisch her.
Die senkrechte Achse zeigt, welche Spannung eine Lambdasonde bei welchem Gemisch liefert. Lambda=1 ist das Gemisch, bei dem der Kat am effektivsten alle Schadstoffe reduziert. Wie Du siehst macht die Kennlinie der Sonde genau bei diesem Gemischwert einen "Versatz", in der Praxis etwa von 0,7 nach 0,4V (das Diagramm passt da nicht soooo 100%ig). In der Praxis sieht die "Lambdaregelung" bei KE Jetronic, Digifant etc also so aus, dass das Steuergerät anhand der Sondenspannung zwei Zustände unterscheidet:
Ist die Spannung größer 0,5V->Abmagern
Ist die Spannung kleine 0,5V->Anfetten.
Die Lambdaregelung ist also ein ständiges Pendeln zwischen Anfetten und Abmagern, bei dem unter Strich ein Gemisch von "Lambda Eins" herauskommt. Ach so: Diese Sprungsonde funktioniert wie eine kleine Batterie. D.h., die liefert ab der Betriebstemperatur von sich aus eine Spannung. Sie benötigt keine Fremdspannung, damit sie eine Spannung liefert!
Nochmal zum Verständnis: Eine Digifant/KE-Jetronic etc. hat vorgegebene Gemischwerte (entweder elektronisch im "Chip" oder mechanisch), wodurch sie auch ohne Sonde läuft. Das Sondensignal korrigiert also nur den vorgegebenen Gemischwert.
Bei Vollgas wird meist per Schalter die Lambdaregelung abgeschaltet. Dann läuft das Stg. komplett anhand der vorgegebenen Werte, in der Regel also recht "fett".
Nun gab es vor längerer Zeit schon Hersteller, die sich die Lambdasonde auch bei Vollgas zur Gemischregelung zunutze machen wollten. Ich denke da z.b. an Trijekt, einem Hersteller frei programmierbarer Steuergeräte (sowas wie Stinger und wie sie alle heißen). Optimale Leistung hat ein Motor sagt man bei 5% CO (also eigentlich "fett"), und das ist ein Lambdawert von 0,87. Also sind die Steuergeräte-Hersteller hingegangen und haben eine Funktion in das Steuergerät eingebaut, mit dem ich dem Teil bei jeder Drehzahl und Gaspedalstellung (also in einem Kennfeld von meinetwegen 16*16 Feldern) jeweils vorgeben kann, welchen Lambda-Wert das Gerät einregeln soll.
Nehmen wir an, ich will bei Vollgas "Lambda 0,87" für max. Leistung haben, dann gebe ich in diesem "Target lambda"-Kennfeld die Spannung vor, die diese Sonde bei Lambda 0,87 liefert. In dem o.g. Diagramm wären dies z.b. 0,85V, also gibst du in die entsprechenden Kennfeld-Kästchen "0,85" ein.
Im gegensatz zu Digifant pendelt die Lambdaregelung dann nicht um einen vorgegebenen Wert (oben waren das diese besagten 0,5v), sondern korrigiert den im Steuergerät für diesen Betriebszustand vorgegebenen Kennfeldwert soweit, bis die Lambdasonde die voreingestellte Spannung liefert.
Das hat allerdings in der Praxis nicht funktioniert. Warum?
Zum einen, weil die Kennlinie einer konventionellen lambdasonde jenseits von Lambda=1 sehr steil ist (ungenau), zum anderen "wandert" die Kennlinie dieser Sonden bei Erhitzung sehr stark. D.h. bei heißer Sonde liefert diese bei Lambda 0,87 (der gemischwert für optimale Leistung) nicht mehr 0,85V, sondern nur noch 0,8V. Du kannst Dir denken was passiert: Unter vollgas regelt das frei programmierbare Stuergerät auf 0,85V Sondenspannung, die Sonde wird heißer, Sondenspannung sinkt, Steuergerät fettet an usw und irgendwann überfettet der Motor total.
Bis jetzt wäre die Sache mit der "lernfähigen" frei programmierbaren Einspritzung, die auch andere Gemischwerte als Lambda=1 regeln kann voll was für den A****.
Aber irgendwann hat wer die Breitband-Lambdasonde erfunden.
Nachteil: Breitbandsonde ist recht teuer, und funktioniert nur mit einem speziellen Controller. Dieser bereitet die Messeerte der Sonde auf und liefert sie über 1 Kabel ans Steuergerät.

Das Tolle: Eine Breitbandsonde bzw. ihr Controller liefert eine GERADE Kennlinie. Also z.B. Lambda 0,85=0,85V, Lambda 1=1V usw usw. und das beste: Die Breitbandsonde hat keine Temperaturdrift.
Also: Eine "alte" Motorsteuerung kennt nur die konventionelle Lambdaregelung, bei der das Gemisch immer um einen Wert (Lambda=1) pendelt.
Einer moderene (frei programmierbare) Motorsteuerung kann man zu jedem Punkt im Einspritz-Kennfeld ein "Wunsch-Gemisch" vorgeben, wo die Steuergung dann hinregelt. Also Teillast Lambda 1 (okay, 0,95 tuns auch), für Vollast z.B. besagte Lambda 0,87, und dann muss man im Grunde nur noch ne Runde Fahren, und das Steuergeröt lernt sich selber an.
Hoffe das war halbwegs verständlich?
Pigga
Beitrag bearbeitet (20.12.06 19:14)