Seite 5 von 7

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: So 10. Apr 2005, 15:41
von sublime
Ich bin doch der Christian, Stephan_L :zwinker:

Ja, da habe ich rein rechnerisch gedacht. Wenn man sich mal die Realität ansieht wirste beim Start mit der großen Brüke bestimmt weniger Nm aufn Asphalt bringen, da dürfte der Gripp merklich bessersein, stimme ich dir voll zu!

Die große Ansaugbrücke hatte am Ende der Messung die größere Geschwindigkeit und die höhere Leistung! Die Kleine Ansaugbrücke hingegen lag weiter vorn - physikalisch gesehen hatte sie mehr Arbeit verrichtet da die Leistung im Druchschnitt besser/höher war (nicht die Maximalleistung).

Gib nochmal richtig Gas mit der kleinen Brücke :hihi:

Hmm.... also bei mir sind die Nockenwellen drin, mangels neuen Saugrohr habe ich das alte erstmal mit Panzertape geflickt. Wenn ich die Zündung korrekt eingestellt bekäme könnte ich vor der Halle mit roten Nummern auch mal nen Run machen. Mir fehlt aber ein exactes Gewicht, das bekomme ich wohl nciht so schnell raus.

Gruss
Chris

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: So 10. Apr 2005, 17:17
von PHiL
@dirk

Jaaaa, das ist deine ehemalige Wendtlandbrücke!
(Am Vormittag ist mir nur der Name nicht eingefallen!) :grins:
Aber bevor die mal eingebaut wird, passiert mit der noch so einiges! :zwinker: (Mehr will ich jetzt aber nicht verraten!)

Und vielleicht machst du mal einen AP22-Workshop mir uns, damit wir
es voll ausnützen können! :cool: :grins:



Beitrag bearbeitet (10.04.05 18:18)

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 12:05
von Stephan
@sublime, habe dir nochmal ne run Datei geschickt.

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 12:36
von OSLer
Hm, hab mich nu in ner ruhigen Stunde mal durchgekämpft, ok, ich gebs zu, es waren 2 ;-)

Bisher meine ich, alles soweit verstanden zu haben, mal abgesehen von "Trapezregeln", das hab ich einfach mal ignoriert, da mir dazu der studierte Hintergrund fehlt.

Korrigiert mich, wenn ich falsche Schlüsse ziehe, aber ich versuche mal, eure eher wissenschaftlichen Analysen allgemein verpackt zu interpretieren.

Soweit aus den Analysen bisher zu sehen ist, die "Popometer"-korrigierte Zündeinstellung mal aussen vor, ist es beim vorhandenen Setup von Stephan wohl besser, die kleine AB zu verwenden, sollte man auf Landstrassen unterwegs sein, aufgrund des Drehmomentvorteils.

Legt man es dagegen auf Sprintduelle an, sei es Autobahn oder Rennstrecke (weitläufig, ohne enge Kehren), ist die grosse AB die bessere Wahl, da hier die Mehrleistung oberhalb von knapp 20 Sekunden zum Tragen kommt.
Zudem ist durch das geringere Drehmoment im unteren Drehzahlbereich die Kraft beim Anfahren besser zu dosieren.

Interessant wäre für mich diesbezüglich, wie mit grosser Ansaugbrücke ein fülligeres Drehmoment zu realisieren wäre?
Zudem hat Chris da weiter oben nen Vergleich zwischen Diesel und Benziner angesprochen, beide mit gleicher Leistung.
Ist es tatsächlich so, dass der Benziner bei nem 17 Sekunden-Sprint vorne liegen würde? Oder hab ich da was falsch antizipiert?
Hier würde mich zusätzlich interessieren, wie so eine Abschätzung bzw. Berechnung bei gleichem Leistungsgewicht aussehen würde.


Zum Abschluss sei noch gesagt, ich finde es höchst faszinierend, welch technischen Einblick man bei diesen Auswertungen bekommt, Respekt für eure bisherigen Mühen, diese Daten aufzubereiten.
Würde gern mehr davon sehen!


Gruss Lars



Beitrag bearbeitet (11.04.05 13:37)

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 17:18
von sublime
@Stephan: ist angekommen :wink:

@Lars:

>>Legt man es dagegen auf Sprintduelle an, sei es Autobahn oder
>> Rennstrecke (weitläufig, ohne enge Kehren), ist die grosse AB die
>>bessere Wahl, da hier die Mehrleistung oberhalb von knapp 20
>> Sekunden zum Tragen kommt.

Jein. Eigentlich kommt die Mehrleistung der großen Brücke oberhalb einer Drehzahl zum tragen. Zum einen misst das AP22 aber die Leistung nicht im Bezug zur Drehzahl und zum anderen habe ich grafisch oben nur den 3. Gang verglichen, da der länger drehte und somit der Verlauf besser sichtbar war. Drehst du den 1. Gang bei der Großen Brücke ideal aus, so das du nach dem Schaltvorgang wieder im Punkt des Maximalen Drehmomentes bist, ziehst ihn wieder bis zum Leistungsmaximum und schaltest wieder so ideal, so steht über diesen Bereich viel viel öfter die Mehrleistung der großen Brücke der kleineren Leistung der kleinen Brücke gegenüber. Das ist aber so ne Sache die man echt besser bei nem Bierchen erklären kann, sonst wird das ganze hier locker 2 Seiten lang ;-)

>>Interessant wäre für mich diesbezüglich, wie mit grosser Ansaugbrücke ein fülligeres Drehmoment zu realisieren wäre?<<

Ist schwer. Die Physik schiebt dir hier nen Riegel vor, genauergesagt die Thermodynamik. Das wäre so, als ob du nach ner Intelligenten Blondiene suchst :hihi: *duckundweg*

Kurz gesagt: durch einen größeren Ansaugquerschnitt reduzierst du den sogenannten dynamischen Druck und erhöhst den Statischen Druck. Du optimierst dadurch die Gasgeschwindigkeit bzw. anders gesagt legst du die optimale Gasgeschwindigkeit einfach in den Bereich höherer Drehzahlen. Dadurch erreichst du das maximale Drehmoment bei einer höheren Drehzahl - die Physik sagt, daß Drehzahl mal Drehmoment (mal eier Konstanten) = Leistung ist, und somit ist die maximale Leistung höher. Du kannst allerdings mit einer guten Kopfbearbeitung die Zylinderfüllung über den gesamten Drehzahlbereich optimieren (wobei der hohe Drehzahlbereich allerdings mehr davon profitiert), und so das Drehzahlloch wieder etwas kompensieren. Allerdings bleibt der LeistungsVERLAUF trotzdem mit dem Extrem in die höheren Drehzahlen.

Ach, die ganze Sache, da kannste Stunden drüber reden. Das ist halt wie Physik, alles hängt mit allem zusammen. Die Kunst besteht darin einen Kompromiss zu finden oder für alle Ausnahmefälle ein Gerät zu bauen - dann wird der Motor aber komplizierter. Beliebte Beispiele für die umgehung von Ausnahmefällen sind V-TEC, Schaltsaugrohre, Kennfeldzündungen. Diese ganzen Einrichtungen gibt es nur, weil ein Motor nicht linear Leistung abgibt, und man versucht, das zu kompensieren. Das fängt bei Zündzeitpunktverstellung an und höhrt bei variabler Verdichtung auf.

Gruss
Chris

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 17:21
von sublime
PS: das mitm Diesel ist wirklich so - geh mal auf Autodaten.net und guck dir z.B. die Golf IV TDI 100PS und die 101PS Benziner an ;-)

Gruss
Chris

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 17:30
von Stephan
Hi,
ich nochmal.

>Jein. Eigentlich kommt die Mehrleistung der großen Brücke oberhalb einer >Drehzahl zum tragen. Zum einen misst das AP22 aber die Leistung nicht >im Bezug zur Drehzahl und zum anderen habe ich grafisch oben nur den >3. Gang verglichen, da der länger drehte und somit der Verlauf besser >sichtbar war. Drehst du den 1. Gang bei der Großen Brücke ideal aus, so >das du nach dem Schaltvorgang wieder im Punkt des Maximalen >Drehmomentes bist, ziehst ihn wieder bis zum Leistungsmaximum und >schaltest wieder so ideal, so steht über diesen Bereich viel viel öfter die >Mehrleistung der großen Brücke der kleineren Leistung der kleinen Brücke >gegenüber. Das ist aber so ne Sache die man echt besser bei nem >Bierchen erklären kann, sonst wird das ganze hier locker 2 Seiten lang


Entscheiden ist hier ja die getriebeseitige Abstimmung. Wenn der Anschluß der einzelnen Gänge nicht zu der Leistungscharakteristik passt, nützt dir die beste maximalleitsung nichts. Deshalb sind bei Rennmotoren die Getriebe ja auch so eng übersetzt, teils nur mit Drehzahlsprüngen von 500 u/min in den letzten Gängen. Je höher die max. Leistung aus einem bestimmten Hubraum wird, desto enger wird das nutzbare Drehzahlband, bei dem diese Leistung abrufbar ist.

Verbessern kann man die Fülligkeit der kurve durch einen höheren Liefergrad des Motors, sprich durch eine bessere Zylinderfüllung. Diese erreicht man eben am besten durch Aufladung. Mit schärferen Nocken wird der Anstieg noch steiler sein und das nutzbare Drehzahlband der großen Brücke im Vergleich zur kleinen sich noch weiter nach oben verschieben. Das ist ja auch der Grund, warum ich wieder vermehrt über ne Lösung mit Lader, sei es nun Turbo oder Kompressor, bzw ein ZL- Lader nachdenke.

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 19:53
von sublime
Schließe mich dem Posting von Stefan an bis auf die Tatsache, das ausser eine direkt angetriebenen Aufladung (trotz der Antriebsverluste) bei mir nix reinkommen würde :hihi: Abgesehen davon habe ich vom Vitamin53B gehört, das zuviel Leistung schlecht ist für die Zähne :hihi:

Gruss
Chris



Beitrag bearbeitet (11.04.05 20:55)

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 22:00
von DerBruzzler
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist der effektive Unterschied der Fahrleistung zwischen den Ansaugbrücken bei Stephan geringer wegen des langen Getriebes. Beim original 16v Getriebe müßte sich die Große Brücke doch mehr bemerkbar machen, weil er damit besser im optimalen Drehzahlbereich gehalten werden kann.
Wäre interessant, wenn jemand den Vergleich mit Originalgetriebe machen würde.
Oder könnte unser Formelkönig Chris das irgendwie umrechnen auf andere Getriebeabstimmungen?

Gruß Daniel

Re: Erfahrungsbericht große Ansaugbrücke

Verfasst: Mo 11. Apr 2005, 22:02
von Stephan
Mit dem 2Y Getriebe wäre der Effekt vermutlich geringer, denke ich.