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Re: Tuning mal anders....

Verfasst: So 3. Dez 2006, 11:30
von Angel
klingt anders oder nur anderes prinzip?

gruß angel

Re: Tuning mal anders....

Verfasst: So 3. Dez 2006, 11:39
von sublime
Klingt anders, selbst für Laien zumindest im direkten Vergleich zu Transistorverstärkern zu hören. Natürlicher, wärmer.

Re: Tuning mal anders....

Verfasst: So 3. Dez 2006, 14:33
von GTII Marcus
Hallo,

ja der Klang ist ganz anders, höre auch mit einem Röhrenverstärker, einem 2x7W Hifi Stereoverstärker von Sennheiser aus den 60er Jahren. Zusammen mit Hornlautsprechern, die einen ziemlich großen Wirkungsgrad haben. D.h. sie geben sich mit sehr wenig Leistung zufrieden und erzeugen damit einen großartigen Klang. Zusammen mit einem Plattenspieler und der richtigen Schallplatte, ist das echt ein irres Erlebnis. Meiner Meinung nach lässt diese Kombination fast jedes Transistormonster mit hunderten von Watt klanglich stehen.

Es gibt bei Pink Floyd's "Another brick in the wall" (von der "the wall" LP) eine Stelle zwischen den Parts, in dem ein Hubschrauber von einem Kanal zum anderen fliegt. Wenn ich das mit meinem Röhrenamp höre ist das echt ein irres Gefühl, der Hubschrauber ist quasi "im Raum" und das ohne digitalen Schnickschnack, Dolb Surround und was weiß ich noch :-)

@Christian J: Mit welchen Lautsprechern hörst Du ? Müssen ja ziemliche Monster sein, bei der Leistung, die Deine Endstufe da raus haut.

Ich muss irgendwann mal anfangen mein KT88 Projekt zu starten, habe fast alles hier bis auf den Netztrafo ! Sprich: Röhren (u.a. original GEC KT88, Ausgangsübertrager aus USA aus den 60ern usw.). Aber es scheitert halt an der Zeit, wie so vieles im mom.

Die Sockel für die Wehrmachtsröhren sind ziemlich schwer zu bekommen soweit ich weiß, oder ?

Grüße

Marcus

Re: Tuning mal anders....

Verfasst: So 3. Dez 2006, 16:09
von fox070
Der Klanunterschied im Gegensatz zum Transistor ist absolut erhaben. Wenn man die Röhren richtig zusammenklemmpt, dann tun sich da Welten auf.

Das liegt zum einen an der Kennliniencharakteristik einer Röhre, und zum anderen daran, dass die Halbleiterelemente in einem Transistor gewissermaßen eine Art Fremdkörper darstellen (um es einfach mal so zu sagen), der natürlich ein eigenes Verhalten hat, welches sich unweigerlich auf das Nutzsignal überträgt.

Obwohl man sagen muss, dass die Halbleitertechnik auch inzwischen auf sehr hohem Niveau ist. Die heutigen Klangregelstufen können Einiges, auch ohne Surroundgedöns.

Einfach mal ein paar Röhren zusammenklemmen reicht da aber nicht, um da mithalten zu können, man muss sich schon etwas Mühe geben. Aber bei entsprechendem Einsatz wird man auch mit bezauberndem Klang reichlich belohnt.

Gruß Maddin

Re: Tuning mal anders....

Verfasst: So 3. Dez 2006, 23:15
von Superhobel
Hallo,

ich muss da mal etwas korrigierend eingreifen. Es ist technisch überhaupt kein Problem das Signal eines CD Players 1:1 in Leistung umzusetzen, das schaffen moderne Bauteile ohne weiteres. Transistoren werden nur noch in biillgen Endstufen verwendet, in guten übernimmt das der hochlineare Operationsverstärker und die MOSFETs der Leistungsstufe, die meist im AB-Betrieb arbeiten. In der "Szene" werden diese verächtlich als Sand-Verstärker bezeichnet, weil Silizium eben aus Sand gewonnen wird.

Für das menschliche Ohr ist 1:1 aber nicht unbedingt das ultimative Klangerlebnis. Ein Röhrenverstärker ist technisch in allen Punkten einem modernen Amp unterlegen, sein Klirrfaktor ist um die 1-2%, moderne Amps haben vielleicht 0,001%. Ein Röhrenverstärker arbeitet grad mal vielleicht bis 15 khz, alles was drüber ist dämpft er ab, er bricht nach der zweiten Oberwelle eines Tones ab, ein Rechteck, das schlimmste was man einem Verstärker zu fressen geben kann, weil es die Summe aus sehr vielen Frequenzen ist wird ein abgerundetes Rechteck. Der Klangformer schlechthin ist der Ausgangstrafo, der aus der Hochspannung den hohen Strom macht, der die Boxen treibt. Wie man ihn wickelt und aus welchem Material man ihn macht, wieviele Bleche, welche Drahtstärken ist eine Wissenschaft, die jene, die das tun auch für sich behalten. Ich habe für die beiden Endtrafos zusammen 200€ bezahlt. Der wesentliche Unterschied zu normalen Amps ist: Röhrenverstärker arbeiten mit Spannung als Signalträger, nicht mit Strom wie Halbleiter, die inneren Ströme sind so gering, dass sie teilweise kaum messbar sind.

Es sind die technischen Unzulänglichkeiten, die einem Tubeamp seinen "warmen" Klang verleihen, sehr gute Boxen natürlich vorausgesetzt.
Auf der Suche nach dem optimalen Klang ackern sich aber vielen Experten in der recht komplizierten Materie ab, auch noch heute. Man ist gut beraten sich bereits fertige Schaltungen zu nehmen und diese nachzubauen, da sie bereits optimiert wurden.



Beitrag bearbeitet (03.12.06 23:18)

Re: Tuning mal anders....

Verfasst: Mo 4. Dez 2006, 12:58
von Angel
schon interessant. wie gut dass die musik bei mir zuhause nur aus den popelboxen meines notebooks kommen :hihi:

gruß angel